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Basel Baselland Schlechte Noten für Kinderbetreuung im Baselbiet

Erstmals hat eine Studie gezeigt, wie gut das Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung in allen Schweizer Kantonen aussieht. Auf einem der letzten Plätze landet bei diesem Vergleich das Baselbiet, jener Kanton also, der vor knapp zwei Jahren ein Gesetz für bessere Betreuung abgelehnt hat.

Kinder malen an einem Tisch
Legende: Unterschiedliche Betreuung in den Baselbieter Gemeinden Colourbox

Die neue Nationalfondsstudie zum Kinderbetreuungsangebot in der Schweiz zeigt: Der Kanton Basel-Stadt hat zusammen mit Waadt, Genf, Zürich und Zug das am besten ausgebaute Angebot an Kinderkrippen, Tagesstätten, Mittagstischen und Tagesschulen. Am anderen Ende der Skala findet sich das Baselbiet. «Baselland gehört zu den Schlusslichtern in der familienexternen Kinderbetreuung», sagt Stephanie Schwab vom Forschungs- und Beratungsbüro Infras, welches die Studie gemeinsam mit dem Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität St.Gallen durchgeführt hat.

Nicht nur die ländlichen Gemeinden im Kanton Basel-Land, sondern auch die stadtnahen Agglomerationsgemeinden erhalten schlechte Noten in dieser ersten gesamtschweizerischen Studie zum familienergänzenden Kinderbetreuungsangebot. «Der Versorgungsgrad liegt im Baselland bei weniger als zehn Prozent, in Basel-Stadt hingegen bei über 20 Prozent», so Stephanie Schwab gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Auch in den Agglomerationsgemeinden mit ihrer ähnlichen Gesellschaftsstruktur wie in Basel-Stadt ist das Angebot also nicht einmal halb so hoch wie in Basel.

Ein neuer Anlauf für bessere Betreuung

Vor knapp zwei Jahren hatte die Baselbieter Regierung die familienergänzende Kinderbetreuung im Kanton ausbauen wollen. Das damalige Gesetz für mehr Kinderkrippen und Tageseltern hatte das Baselbieter Stimmvolk aber knapp abgelehnt. Die bürgerlichen Parteien hatten das Gesetz damals bekämpft. Es sei für etliche Gemeinden zu teuer und der Kanton wolle zu viel regulieren, hatten sie kritisiert und eine bessere Alternative in Aussicht gestellt.

Diese Alternative liegt nun vor in Form von zwei Initiativen der FDP und eines bürgerlichen Komitees im Baselbiet. Alle Baselbieter Gemeinden sollen demnach künftig Eltern bei der Kinderbetreuung unterstützen, die Form und Höhe dieser Unterstützung aber selber bestimmen können. Die Baselbieter Regierung will diesen Initiativen nun einen Gegenvorschlag zur Seite stellen. Sie hat der Verwaltung den Auftrag erteilt, ein entsprechendes Gesetz auszuarbeiten. Anfangs 2014 soll der Gegenvorschlag in die Vernehmlassung gehen und dann öffentlich bekannt werden.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Lena Meier, Brugg
    Es geht bei dieser Studie offenbar ja nur gerade um den Abdeckungsgrad. Weit spannender wäre eine Studie zur QUALITÄT der Betreuung. Dabei wäre zwingend auch die in der Regel sehr hohe Fluktuation der BetreuerInnen zu berücksichtigen. Zur Zeit werden ausser familiäre Betreuungsformen als Gewinn für die Kinder promotet, dabei wird einfach vorausgesetzt, dass diese stets erstklassig sind... Dies könnte sich stark relativieren bei genauem Hinsehen.
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