Schon erster Widerstand gegen Basler Sterbehilfeentscheid

Sterbehilfeorganisationen sind in der Schweiz nicht verboten. Viele Spitäler und Pflegeheime verbieten aber Organisationen wie «Exit» den Zugang zu ihren Häusern. Das Basler Parlament will dies ändern und stösst bereits auf Widerstand.

Glas Wasser mit einem Löffel drin steht auf einem Tisch, daneben ein Schlafmittel, welches Sterbewillige alleine einnehmen können.

Bildlegende: Einige Spitäler und Altersheime wehren sich bereits dagegen, Sterbehilfeorganisationen zulassen zu müssen. Keystone

Insbesondere Institutionen mit religiösem Hintergrund tun sich schwer mit dem aktuellen Entscheid aus der Politik. «Wir hätten ein ganz grosses Problem, würde der Entscheid des Grossen Rates direkt umgesetzt», gibt Peter Eichenberger, Direktor des Basler Claraspitals, unumwunden zu.

Ein solcher Entscheid würde auch nicht akzeptiert, sagt Eichenberger. «Eine Gegenbewegung würde entstehen, man kann uns mit unserem katholischen Hintergrund nicht zu solchen Massnahmen zwingen». Im übrigen sei Sterbehilfe im Claraspital auch kein Thema, da über die Palliativmedizin mit der Schmerzminderung ein würdiges Sterben heute schon möglich sei.

Auch Alters- und Pflegeheime wehren sich

Widerstand gegen die Pflicht, Sterbehilfeorganisationen zuzulassen, kommt auch von religiös geführten Pflegeheimen. Beim Verband der gemeinnützigen Basler Alterspflegeheime (VAP) wünscht man sich deshalb, dass der aktuelle Grossrats-Beschluss nicht umgesetzt wird. Claudia Roche, VAP-Geschäftsführerin: «Wir sind der Meinung, dass unterschiedliche Wertehaltungen zu respektieren sind.» Peter Eichenberger vom Claraspital hofft auf eine pragmatische Lösung: «Es ist die Aufgabe der Regierung eine Regelung zu finden, mit einer genügend grossen Wahlmöglichkeit.»

Motionär Urgese ist irritiert

Die Debatte losgetreten hat mit seinem Vorstoss FDP-Grossrat Luca Urgese. Dass schon unmittelbar nach dem Grundsatz-Entscheid des Grossen Rates Spitäler und auch Heime Widerstand angekündigt haben, irritiert ihn. Man solle doch jetzt der Regierung erst mal Zeit und Gelegenheit geben, um das Anliegen umzusetzen. «Wenn die Regierung eine Lösung findet, dass Spitäler einen Transport für Sterbewillige anbietet, so kann man darüber diskutieren», so Urgese.

(Regionaljournal Basel, 06:32 Uhr)