So schmecken die beiden Basel

Basler Leckerli kennen in der Region Basel alle. Dasselbe gilt für die Mehlsuppe. Aber was ist ein «Pfefferchirsi» oder ein «Lummelbraten»? Auf Fragen rund um die kulinarische Geschichte der Region liefert das neue Buch «Dinkelreis & Pfefferchirsi» Antworten.

Geissen-Herz angerichtet mit Blumen

Bildlegende: Nichts mit Filet! Hier gibt's «Gitziherz». Im Buch finden sich zahlreiche alte Rezepte, die von Köchinnen und Köchen neu interpretiert wurden. SRF

Dominik Flammer beschäftigt sich bereits seit 30 Jahren mit der Kulturgeschichte des Essens. Sein neuestes Werk widmet sich der kulinarischen Vielfalt der beiden Basel. Im Buch «Dinkelreis & Pfefferchirsi» finden sich sowohl alte Rezepte, die neu interpretiert wurden, wie auch viele kulturgeschichtliche Hintergrundberichte . So lernen die Leserinnen und Leser zum Beispiel etwas über die Bedeutung des Dinkels oder weshalb die Fischzuchten aus dem Baselbiet verschwunden sind.

Provozierende Protestanten, empörte Katholiken

Dass Essen schon immer auch politisch war, zeigt sich an den geschichtlichen Beiträgen des Buches. So ist etwa zu lesen, dass während der Reformation die Basler Protestanten aus Protest ein während der Fastenzeit ein Spanferkel verspiesen. Die Empörung der Katholiken war gross: Der Gastgeber des Protestmahls musste sein Leben lassen.

Und auch im harmlosen Basler Leckerli steckten früher nicht nur Nelken und andere Gewürze sondern auch Sklavenhandel - nur dank dem billigen Zucker von Sklavenplantagen konnte das Leckerli seinen Durchbruch schaffen.

Portraits von lokalen Betrieben

Gleichzeitig werden im Buch auch Produzentinnen und Produzenten der beiden Basel portraitiert, wie zum Beispiel das Familien-Weingut Jauslin in Muttenz oder Biobauern aus Eptingen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)