Staufen: Der Umgang mit einer schleichenden Katastrophe

In Staufen im Breisgau (D) hebt sich nach einer misslungenen Geothermie-Bohrung die Erde. Dies führt zu zahlreichen Rissen in den Hauswänden der Altstadt. Aus der Not machen die Staufener nun eine Tugend.

Weisses Haus mit Rissen und grosses rotes Pflaster

Bildlegende: Häuser mit Rissen in Staufen SRF

Sie prägen das Stadtbild von Staufen und sind kaum zu übersehen: Die Risse in den Wänden, die sich nach einer Geothermie-Bohrung für die Heizung des renovierten Rathauses im Jahr 2007 bildeten. Betroffen von der Hebung sind über 260 Häuser.

Aus der Not haben einige Staufener eine Tugend gemacht. «Staufen darf nicht zerbrechen» lautet das Motto der «Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt Staufen». Im bei Touristen beliebten Städtchen im Breisgau werden sogenannte Riss-Taschen verkauft oder Briefmarken mit dem Bild der Risse. Staufen-Krüge, die von Spielern des SC Freiburg signiert sind, werden versteigert.

«Bei einer anderen Katastrophe ist die Aufmerksamkeit viel grösser», sagt Wolfgang Schuhmann, Vorstandsmitglied der Stiftung. Hier handle es sich um eine schleichende Katastrophe. Am Anfang habe man noch versucht, die Risse möglichst zu verstecken, nun werden sie akzeptiert und auch vermarktet. «Wir müssen lernen, dass dies ein Teil unserer Geschichte ist.»

Sendung zu diesem Artikel