Steiniger Weg für Basler Sterbehelferin

Seit sie ihr Sterbezimmer im Hegenheimer-Quartier nicht mehr betreiben darf, ist Ärztin Erika Preisig auf der Suche nach Lösungen. Einen Camper als Notlösung darf sie vorläufig nicht dafür brauchen. Sie weicht deshalb auf Gästezimmer von Privaten aus.

Porträt Erika Preisig

Bildlegende: Sterbehelferin Erika Preisig: Wie weiter? SRF

Seit Februar darf die Ärztin Erika Preisig im Basler Hegenheimer-Quartier kein Sterbezimmer mehr betreiben. Eine solche Einrichtung sei nicht zonenkonform in einem Wohnquartier, befanden die Behörden von Basel-Stadt. Als Alternative erwarb Preisig einen Camper, den sie als mobiles Sterbezimmer nutzen wollte. Diesen darf sie aber vorläufig nicht dafür verwenden wegen einer superprovisorischen Verfügung des Gesundheitsdepartements. Dieses müsse erst abklären, ob sich der Camper als Praxis eignet.

In der Zwischenzeit erhielt Erika Preisig aber viel Unterstützung von Privaten, meist von Patientinnen und Patienten aus ihrer Arztpraxis. Diese haben ihr Ferienwohnungen und Gästezimmer angeboten. «Im Moment sind wir fliegend, mal hier, mal dort, am Sterbebegleitung durchführen», sagt Preisig. Dies sei aber sehr belastend für alle Beteiligte und deshalb keine optimale Lösung.

Auch ein privates Angebot für einen möglichen Standort ihres Campers habe sie bereits erhalten: von einem Steinhauer, der Grabsteine herstellt. Optimal sei diese Lösung aber auch nicht. Sie meint: «Da kommen Menschen zum Sterben und links und rechts sind Grabsteine. Aber verflixt nochmal, wenn ich keine andere Lösung habe...»

Sterbebegleitung soll auch im Ausland legal werden

Zu ihr kommen vor allem Menschen aus dem Ausland, die den Freitod suchen. Mit ihrem Einsatz will Erika Preisig erreichen, dass die passive Sterbehilfe auch im Ausland legalisiert wird. Es sei eine Zumutung für die todkranken Menschen, eine Reise in die Schweiz auf sich zu nehmen. Zudem könne sie kaum eine Beziehung zu diesen Menschen aufbauen.

Die Beziehung sei aber sehr wichtig, betont Preisig. Sie müsse abklären, ob wirklich alle Therapien ausgeschöpft worden sind und ob der Todeswille tatsächlich konstant sei. Zudem wolle sie auch die Angehörigen mit einbeziehen. Viele, die dann ein Okay bekämen, wollten den Weg dann gar nicht bis zum Ende gehen, erklärt die Ärztin. Denn allein die Möglichkeit, gehen zu dürfen, gebe vielen nochmals die Kraft zum Weiterleben, oder sie sterben eines natürlichen Todes.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)