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Tandem-Gast Udo Rauchfleisch: «Es gibt mehr Transmenschen als man annimmt»

Legende: Audio «Es hat Jahre gedauert, bis ich meine Homosexualität offen leben konnte» abspielen. Laufzeit 14:14 Minuten.
14:14 min, aus Regi BS BL vom 10.10.2017.

Udo Rauchfleisch ist in Kiel geboren, lebt aber seit 1970 in Basel. Der heute 75-Jährige arbeitete als Psychologe an den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) und wurde 1978 ausserordentlicher Professor für Klinische Psychologie. Seit er emeritiert ist, arbeitet er weiter als Psychotherapeut mit eigener Praxis. Er ist seit kurzem auch Autor von zwei Kriminalromanen.

Eines der Spezialgebiete von Rauchfleisch ist die Begleitung von Transmenschen, also von Menschen, deren sexuelle Identität nicht mit ihrem biologischen Körper übereinstimmt. Er sei als Psychologe schon früh mit diesem Thema in Kontakt gekommen, sagt Rauchfleisch. «Transsexualität ist gar nicht so selten, wie man glaubt. Einer von tausend Männer und eine von zweitausend Frauen ist transsexuell.»

Persönlich hat Rauchfleisch selber ein Coming-Out erlebt. «Es war ein Entwicklungsprozess über viele Jahre, bis ich meine Homosexualität offen leben konnte», erinnert sich der Vater von drei Kindern und mehreren Enkelkindern. Zu seiner ehemaligen Ehefrau pflege er einen sehr engen Kontakt.

Basel als Schauplatz von zwei Krimis

Nebst seiner Arbeit als Psychotherapeut versucht sich Rauchfleisch seit kurzem auch als Krimiautor, seine ersten beiden Werke sind beide dieses Jahr erschienen. «Das Schreiben von Fachliteratur und von Krimis kann man überhaupt nicht vergleichen», sagt er. «Bei den Krimis konnte ich meiner Fantasie freien Lauf lassen.»

Die Krimis spielen beide in Basel, Rauchfleisch benutzt reale Orte und Strassennamen. «Das hat mir beim Schreiben geholfen, ich konnte mir so die Handlung besser vorstellen.» Kommissar Jürgen Schneider, der in den Krimis die Fälle löst, ist selber schwul. Mir seinem Partner diskutiert er unter anderem an einer Stelle, ob sie selber ein Kind bekommen möchten. «Mit war es wichtig, auch Themen aus der homosexuellen Welt in meine Krimis einfliessen zu lassen.»

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