Tandemgast Sascha Jäger: «Es gibt kein schlechtes Wetter»

Sascha Jäger ist noch keine 40 Jahre alt und Direktor des Kraftwerks Birsfelden, des grössten Stromproduzenten der Region. Am Dienstag war er Gast im «Regionaljournal Basel» und sprach unter anderem über die Energiewende.

Sascha Jäger und Peter Bollag im Radiostudio

Bildlegende: Sascha Jäger, Direktor des Kraftwerks Birsfelden, ist Tandemgast bei Peter Bollag im «Regionaljournal Basel». SRF

Wasser ist das bestimmende Element von Sascha Jäger: «Wir leben mit dem Rhein, auf dem Rhein.» Aus diesem Grund gibt es für den «Wasserkraftler», wie er sich selber nennt, kein schlechtes Wetter. Weil: «Wenn es regnet, gibt es Wasser auf die Turbinen, und wenn es schön ist, dann habe ich selber Freude daran.»

Die Energiewende beschäftigt

Als grösster Stromproduzent der Region habe das Kraftwerk die Aufgabe, jeden Tag möglichst viel Strom zu liefern. Aufgrund der Wasserführung sei es jedoch nicht immer möglich, alle vier Generatoren am Netz zu haben. Doch mit einer Verfügbarkeit von fast 99 Prozent würde das Kraftwerk Birsfelden einen guten Wert erreichen.

Jäger taxiert die Energiewende als wichtiges Thema. Auch das Wasserkraftwerk Birsfelden müsse sich damit auseinandersetzen. Es sei für jeden einzelnen Menschen wichtig: «Auch ich bin froh, wenn täglich Strom aus der Stockdose kommt.» Das Kraftwerk Birsfelden leiste selbstverständlich auch seinen Beitrag zur Energiewende, in dem es 1200 Haushalte in Birsfelden mit der Abwärme des Kraftwerks beheize. Auch eine Photovoltaik-Anlage sei auf dem Dach des Maschinenhauses geplant.

Rheinaustiefung ist möglich

Die Idee, den Rhein auszutiefen, lag bereits vor 15 Jahren auf dem Tisch. Damals wurde die Umsetzung des Projekts als nicht wirtschaftlich taxiert. Heute sei das Thema wieder aktuell und Abklärungen dazu seien im Gang. Ziel der Abklärung sei es herauszufinden, ob der finanzielle Aufwand für eine Austiefung und der Nutzen daraus im Verhältnis stehen.

Sascha Jäger lebt die Fusion

Das Kraftwerk Birsfelden gehört zu 50 Prozent dem Kanton Basel-Stadt, 50 Prozent gehören dem Kanton Basel-Landschaft. Als Direktor ist Sascha Jäger täglich damit konfrontiert, den Ansprüchen beider Kantone gerecht zu werden. Trotzdem ist er bei seiner Aussage über eine allfällige Fusion vorsichtig. Eine gewisse Sympathie für diesen Vorschlag ist aber herauszuhören: «Da, wo es Sinn macht, muss man zusammen arbeiten.» Er kenne das auch aus dem Wallis, sogar aus seiner Gemeinde.