Tarifdschungel im grenzüberschreitenden Verkehr soll sich lichten

Verwirrender könnte die Tarifsituation im Dreiländereck nicht sein. Während im Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) ein einheitliches System die Preise regelt, gelten für die Linien nach Frankreich oder Deutschland andere Bestimmungen. Dies soll sich nun vereinfachen.

Das 8er Tram fährt nach Deutschland.

Bildlegende: Der TNW will nach dem Vorbild des 8er Trams den grenzüberschreitenden ÖV vereinfachen. Keystone

Ein positives Beispiel vorweg: Wer mit dem neuen 8er Tram nach Weil fährt, braucht in Basel bloss ein Retoure-Billett zu lösen. Dieses gilt dann für die Hin- und Rückfahrt. Anders, wer zum Beispiel mit dem Bus nach Lörrach fährt. Dafür muss man für die Hinfahrt ein Billett in Basel lösen und ein zweites in Deutschland für die Rückfahrt; zu deutschen Preisen, an einem deutschen Automaten.

Das Modell des 8er Trams nach Weil soll nun auch bei den anderen Angeboten kommen, sagt Adrian Brodbeck, Geschäftsführer des TNW. Erste Gespräche habe er bereits geführt: «Eines der ersten Ziele ist es, dass Hinfahrten ins Ausland gleich teuer werden wie Rückfahrten vom Ausland in die Schweiz.» Die aktuellen Preisunterschiede hängen mit den verschiedenen Preisniveaus der drei Länder zusammen. Mit Deutschland wolle man dieses Ziel in den nächsten zwei Jahren erreichen.

Kein Tarifverbund im Elsass

Komplizierter seien diese Verhandlungen mit Frankreich, sagt Brodbeck. «Es gibt in Frankreich kein Tarifsystem, in dem Bus und Bahn die gleichen Preise haben.» Deshalb muss der TNW mit mehreren Partnern verhandeln. Der französischen Bahn, den regionalen Bus-Gesellschaften, den französischen Gemeinden rund um Basel und der Region Elsass. «Da sind mehr Ideen am Tisch. Das macht alles etwas komplizierter.»

Deshalb gehe es wohl auch noch einige Jahre länger, bis man auch nach Frankreich mit dem Öffentlichen Verkehr so einfach fahren kann wie heute nach Weil.

(Regionaljournal Basel 06.32 Uhr)