Teurere Vignette: Basler Behörden befürchten keinen Mehrverkehr

Die Autobahn-Vignette kostet bald 60 Franken mehr als heute. Während im Tessin die Gemeinden ein Ausweichen der Pendler auf Nebenstrassen befürchten, gehen die Basler Behörden nicht von Verlagerungen der Pendlerströme aus. Schon heute sind jedoch nicht alle Touristen bereit, die Gebür zu bezahlen.

Nicht alle ausländischen Autofahrer wollen eine Autobahnvignette kaufen.

Bildlegende: Nicht alle ausländischen Autofahrer wollen eine Autobahnvignette kaufen. Keystone

Am Grenzübergang Basel Weil-Autobahn verkauft die Schweizer Grenzwache jeden Tag 500 bis 600 Autobahn-Vignetten à 40 Franken. Rund 20 bis 30 Autolenker pro Tag sind jedoch nicht bereit, diese Gebühr zu zahlen. Sie wenden beim Grenzübergang und fahren auf Nebenstrassen nach Basel.

Es handle sich dabei vor allem um Tagestouristen, die in die Schweiz respektive nach Basel kommen, sagt Patrick Gantenbein vom Grenzwachtkommando Basel: «Es sind vor allem Deutsche, die umkehren. Sie kennen keine Autobahngebühren in ihrem Land. Franzosen und Italiener sind eher bereit zu zahlen.»

Ob die Erhöhung der Gebühr Auswirkungen hat auch auf den Pendlerverkehr, kann Gantenbein nicht sagen. Dagegen rechnen die Basler Behörden klar nicht mit einer Verlagerung der Pendlerströme. «Die Erhöhung um 60 Franken ist moderat», stellt André Frauchiger vom Basler Bau- und Verkehrsdepartement BVD fest. Dazu komme, dass ab 2015 auch Vignetten gekauft werden können, die nur zwei Monate gültig sind - für 40 Franken.

Kein Thema ist laut Frauchiger auch, dass der Kanton beim Bund einen Antrag auf Aufhebung der Vignettenpflicht auf gewissen Strecken stellt wie sie im Tessin diskutiert wird. Bis kurz vor der Eröffnung Mitte 2007 war die Nordtangente auf der A3 von der Vignettenpflicht ausgenommen. Dies obwohl das Teilstück zu den teuersten Autobahnprojekten zählte.