Umstrittenes Veloparking beim Badischen Bahnhof

Über elf Millionen Franken kostet das geplante vollautomatisierte Veloparking beim Badischen Bahnhof. Die hohen Kosten geben im Basler Grossen Rat zu reden. Die Verantwortlichen beim Basler Baudepartement verteidigen die Kosten.

Parkierte Velos vor Restaurant Les Garceons und Badischer Bahnhof

Bildlegende: Heutige Situation: Die Velos werden vor dem Badischen Bahnhof parkiert. In Zukunft hat es hier kein Platz mehr Juri Weiss

Mit der Neugestaltung des Platzes vor dem Badischen Bahnhof sollen die Velos unter die Erde. Das Basler Baudepartement plant ein über elf Millionen Franken teures Veloparking, das vollautomatisch funktionieren soll. Im Basler Grossen Rat gibt es Widerstand von bürgerlicher Seite. Die LDP spricht von einer «Luxus-Lösung». Immerhin kostet ein Veloparkplatz umgerechnet rund 10'000 Franken.

«Vom Aufwand und von der Konzeption her ist das für ein Veloparking einfach vollkommen daneben», sagt LDP-Grossrat Andreas Albrecht - der Anwalt nutzt das Velo selber täglich, auch beruflich.

Die zuständige Projektleiterin Kathrin Schweizer vom Bau- und Verkehrsdepartement verteidigt die hohen Kosten: «Es ist viel Geld. Die Kosten sind jedoch vergleichbar mit den Kosten für das Veloparking beim Bahnhof SBB», so Schweizer.

Wie ein Hochregallager

Im Gegensatz zum Parking beim Bahnhof SBB soll das neue Veloparking beim Badischen Bahnhof vollautomatisch funktionieren. Das heisst, wer sein Velo parkieren will, stellt es in eine der Übergabestellen. Von dort aus wird es, ähnlich einem Hochregallager, an die richtige Stelle in eine Box gebracht.

Skizze Veloparking

Bildlegende: Grobskizze: So könnte das Veloparking unter dem Badischen Bahnhof aussehen. Rechts die Einfahrtsrampe zvg

In der Schweiz gibt es kein vergleichbares System, das bereits im Einsatz ist. In ihrem Bericht an den Grossen Rat erwähnt die Basler Regierung die Stadt Winterthur, wo ein vollautomatisiertes Veloparking in Betrieb sei. Dieses ist jedoch bedeutend kleiner als das in Basel vorgesehene System: «Wir befinden uns in einem Pilotversuch einer relativ kleinen Anlage mit 40 Plätzen», sagt Albert Gubler vom Amt für Städtebau Winterthur.

«Dabei handelt es sich um keinen grossen Versuch - er ist auch für die breite Öffentlichkeit noch gar nicht zugänglich.» Kathrin Schweizer vom Basler Baudepartement verweist jedoch auf ein Projekt in Japan oder auf ein ähnliches System für Gepäckstücke in Köln.

Im Grossen Rat wird erst über ein Vorprojekt für das neue Veloparking entschieden, die Kosten dafür belaufen sich auf rund eine halbe Million Franken. Wird dieses vom Parlament nicht bewilligt, müssen die Verantwortlichen nochmals über die Bücher.