Service Public Unterschriften gegen drohende Postschliessungen im Baselbiet

Schon vier Baselbieter Gemeinden sammeln Unterschriften gegen die mögliche Schliessung ihrer Poststelle. In Aesch, Bottmingen, Zwingen und Münchenstein will man ein Zeichen setzen. Obwohl noch nicht sicher ist, welche Poststellen tatsächlich schliessen.

Post-Schild in Münchenstein mit den Oeffnungszeiten

Bildlegende: Es ist nicht sicher, ob Münchenstein die einzige Poststelle behält. SRF Marlène Sandrin

In kurzer Zeit seien schon rund 1000 Unterschriften zusammengekommen, sagt Mirjam Locher. Die Landrätin und Co-Präsidentin der SP Münchenstein hat die Petition gegen die Postschliessung in ihrer Gemeinde mitinitiiert. Die Filiale der Post beim Einkaufszentrum Gartenstadt ist die letzte in Münchenstein, eine andere wurde durch eine Agentur ersetzt und eine weitere Poststelle ganz geschlossen. Münchenstein ist mit seinen fast 12'000 Einwohnerinnen und Einwohner fast eine Stadt und will weiter wachsen. «Unser Ziel ist es, ein Zeichen zu setzen», sagt Mirjam Locher.

Noch ist nicht sicher, ob die Filiale in Münchenstein tatsächlich geschlossen werden soll. Und ob dann eine Agentur in einem anderen Geschäft die Poststelle Münchenstein 1 ersetzen soll. Bei der Schweizerischen Post reagiert man nun auf die Kritik aus vielen Regionen und baut den Service Public wieder aus. So sollen die Pöstler ab Herbst 2017 Bareinzahlungen entgegennehmen und in Postagenturen sollen auch Briefe im Massenversand verschickt werden können.

Die Unterschriftensammlungen in den Gemeinden, bevor überhaupt klar ist, welche Poststellen betroffen seien, würde man zu Kenntnis nehmen, sagt Lea Wertheimer, Medienverantwortliche bei der Schweizerischen Post. Man sei noch im Gespräch mit den Kantonen. «Der Post ist es ein Anliegen, die Bedürfnisse der Kantone aufzunehmen», sagt sie. Bis im Sommer soll klar werden, welche Poststellen in der ganzen Schweiz bestehen bleiben.

Welche Poststellen schliessen?

Kriterien für das künftige Poststellennetz sind u.a. die Einwohnerzahl und ob es sich um einen Kantons- oder Bezirkshauptort handelt. Zusammen mit Angaben aus dem Post-Gesetz hat die Gewerkschaft Syndikom eine «Gefährdungskarte» erstellt. Dabei fehlen allerdings wirtschaftliche Komponente, weil diese von der Post nicht bekannt gegeben werden.