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Basel Baselland Verkehrsbehinderungen wegen Polizei-Protestaktion in Basel

Basler Polizisten haben am Mittwochmorgen an mehreren Orten in der Stadt Lichter von Fahrzeugen kontrolliert. Es handelte sich dabei um eine Protestaktion gegen die Kürzung von Lohnzulagen. Die Aktion führte zu längeren Staus im Strassenverkehr.

Polizisten kontrollieren Fahrzeuge
Legende: Basler Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in Basel Keystone

Basler Polizistinnen und Polizisten sind sauer: Die Regierung hat ihnen die Arbeitsmarktzulage gestrichen. Diese Zulage wurde 2001 eingeführt, weil Basler Polizisten im regionalen Vergleich weniger verdienten. Mit der Zulage sollte verhindert werden, dass die Polizisten abwandern.

Gegen die Streichung der Zulage machte der Polizeibeamtenverband PBVB am Mittwochmorgen mobil mit einer umstrittenen Aktion: «Um die Ernsthaftigkeit zu unterstreichen, haben Mitglieder des PBVB heute morgen eine kleine Aktion durchgeführt, die geringfügige Staus zur Folge gehabt hat», heisst es in einer Mitteilung des Verbands. An mehreren Orten in der Stadt sei an Fahrzeugen die Funktionstauglichkeit der Lichter überprüft worden.

Wir hatten durchwegs positive Rückmeldungen
Autor: Pascal EisnerPräsident Polizeibeamtenverband

Effektiv führte die Aktion jedoch zu grösseren Behinderungen. Verkehrsteilnehmer berichten von langen Staus, auch im öffentlichen Verkehr. Man wollte die Verkehrsteilnehmer jedoch nicht abstrafen, betont Pascal Eisner, Präsident des PBVB: «Solche Kontrollen sind völlg normal und wir hatten durchwegs positive Rückmeldungen von den Autofahrerinnen und Autofahreren»

Wir haben kein Verständnis für eine solche Aktion
Autor: Andreas KnuchelSprecher Sicherheitsdepartement

Beim Basler Sicherheitsdepartement ist man alles andere als erfreut über die Aktion vom Mittwochmorgen. «Wir haben kein Verständnis dafür», sagt Departementssprecher Andreas Knuchel und fügt hinzu: «Eine solche Aktion verärgert die Bevölkerung und bringt niemandem etwas.»

Nicht weniger Lohn

Dass man die Arbeitsmarktzulage streiche, geschehe nicht ohne Grund. «Die gesamte Lohnsumme der Kantonspolizei steigt im Rahmen der Systempflege deutlich an.» Die Regierung hat im gesamten Kanton alle Fuktionen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Und weil bei der Polizei neu viele Funktionen in eine höhere Lohnklasse eingeteilt werden, sei die Zulage nicht mehr nötig.

Es könne jedoch vorkommen, dass eine Funktion nicht höher eingestuft wurde, die Zulage aber dennoch gestrichen wird. Für diese Fälle gibt es jedoch eine Abfederungsmassnahme, das Einkommensniveau wird bei den Polizisten gehalten. Diese Massnahme kostet rund 700'000 Franken. «Kein Polizist hat weniger Geld auf dem Konto», so Knuchel.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)

3 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Wüthrich, Basel
    Sicherheitdep. hat kein verständnis? Ist doch zum wohle aller wenn die Polizei mal ihren job ernst nimmt,nur schon rein Sicherheitstechnisch gesehen ! Bessere Werbung als die Papteller Aktion des Regierenden (wil kei name nenne,isch schinbar e kunschtliebhaber)der dann nicht mal den Schneid hat sich dafür zuverantworten.Fazit Basler Polizei Top,Sicherheitsdep.Regierung Flop!
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  • Kommentar von Andreas Camrnzind, Basel
    ...ausser bei all den neuen Polizisten, welche keine Besitzstandswahrung haben. Oder wenn man die Funktion wechselt und neu eingestuft wird; dann greiffen die Massnahmen nicht mehr. Zudem muss das Staatspersonal im BS neu vollumfänglich die Nichtberufs-Unfallversicherung übernehmen, was mit 1% des Bruttolohnes einer versteckten Lohnkürzung gleichkommt. Die Kollegen in BL oder AG verdienen für die gleiche Arbeit ab 650.- mehr! Ich würde den Damen und Herren Polizisten einen Wechsel empfehlen.
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  • Kommentar von Fabrice Pellaton, 4147 Aesch
    Ich habe vollstes Verständnis für den Unmut der Basler Polizei. Aber: Mit solchen Aktionen bringt man jene, die einen eigentlich unterstützen würden, gegen sich auf. Würde ich in meinem Beruf meinen Unmut über die ungerechte Behandlung meines Arbeitgebers so ausdrücken, dass Angehörige der Basler Polizei ihrer Arbeit nicht mehr nachkommen können, möchte ich mal deren Reaktion sehen.
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