Zum Inhalt springen

Verkehrsentwicklung in Basel Der motorisierte Verkehr geht zwar zurück - aber zu wenig

  • Seit 2010 nahmen in Basel die Autos auf städtischen Strassen um 5 % ab, die Velos um 26 % zu. Auf der Autobahn auf Kantonsgebiet nahm der Autoverkehr hingegen um 11 % zu.
  • Die sogenannte Städteinitiative verlangt eine Reduktion von 10 % der Autos auf den städtischen Strassen bis ins Jahr 2020. Das Ziel wird in Basel nicht erreicht.
  • Die Initianten von der Vereinigung «Umverkehr» kritisieren, die Basler Regierung habe keine griffigen Massnahmen durchgesetzt. In Zürich und Bern würden die Ziele erreicht.

Basels Verkehrsdirektor Hanspeter Wessels ist überzeugt, dass die Umlagerungspolitik der Regierung Wirkung zeige. Basel entwickle sich wirtschaftlich dynamisch. Aber «der Mehrverkehr wird durch Umsteigen aufs Velo aufgefangen. Ohne entsprechende politische Massnahmen würde der motorisierte Verkehr stark wachsen.»

Während Zürich auf Kurs ist, läuft es in Basel gar nicht gut.
Autor: Silas HobiVereinigung Umverkehr

Anders sehen das die Initianten der sogenanten Städteinitiative. Während in Zürich die Umsetzung der Städteinitiative - 10 % weniger Autoverkehr bis 2020 - auf Kurs sei und in Bern das Ziel bereits übertroffen sei, laufe es in Basel gar nicht gut, sagt Geschäftsführer Silas Hobi. Wessels habe keine griffigen Massnahmen durchgesetzt. Zürich habe zum Beispiel ein Dosierungssystem am Stadtrand, das die Einfahrt der Autos in die Stadt kontrolliere.

Basel entwickelt sich wirtschaftlich erfolgreich. Das führt zwangsläufig zu mehr Verkehr.
Autor: Hanspeter WesselsVerkehrsdirektor Basel-Stadt

Diese Kritik lässt Hanspeter Wessels nicht gelten. Einerseits sei das Fahrrad in Basel attraktiver geworden, anderseits habe die Regierung keinen Einfluss auf Faktoren, die für die Attraktivität des Autos verantwortlich seien, zum Beispiel Benzin- oder Autopreise, die stark gesunken seien. Auch die Wirtschaftsdynamik und Bevölkerungsentwicklung führe logischerweise zu mehr Verkehr, deshalb sei das geforderte Reduktionsziel nicht realistisch.

Komme hinzu, dass Zürich nicht Basel sei. Wenn man die Zufahrt in die Stadt an der Peripherie dosieren wolle, komme man automatisch mit Baselland, Deutschland oder Frankreich in Konflikt.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Vera Kehrli (Vera Kehrli)
    Ganz einfach: keine Verbrennungsmotoren mehr in die Städte lassen. Sind nicht mehr zeitgemäss.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Basel betreibt ja auch keine Verkehrspolitik, sondern reine Schikane- und Vertreibungsmethoden. Mit unsäglich dilletantischen Mitteln versucht man, den Autofahrern das Fahren zu vermiesen. Und Velomissionar Wessels glaubt immer noch, dass das blosse Hochjubeln seines Allheilmittels "Fahrrad" jeden Autofahrer ganz von alleine umsteigen lassen wird. Wie naiv. Von seiner gähnend leeren, ohne Bedarfsanalyse gebauten Flop-Tramlinie nach Frankreich reden wir jetzt lieber gar nicht...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marc rist (mcrist)
    Es leben und insbesondere arbeiten Monat für Monat mehr Menschen in der Schweiz und gleichzeitig wird erwartet, dass der motorisierte Verkehr abnimmt. Wie weltfremd ist das denn?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von marc rist (mcrist)
      Für die Region Basel gibt es in dieser leidigen Angelegenheit genau eine wirkungsvolle Massnahme. Die Grenzgänger kommen mit ihren Privatautos genau noch bis an die CH-Landesgrenze und keinen Meter weiter. Das müsste sogar auf der Linie von Hanspeter Wessels liegen. Grenzüberschreitende Trams sind ja bereits vorhanden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Vera Kehrli (Vera Kehrli)
      Autofahrer verletzen und töten mehr als 1000 Fussgänger jedes Jahr. Trotzdem wird Autofahren immer noch stark subventioniert. Wie weltfremd ist das?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen