Volksbühne bringt Romeo und Julia auf Bühne

Ein Theater mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern bringt eine neue Sicht auf Shakespeares Klassiker. Zugehörigkeiten, Macht und Feindschaften werden dabei neu verhandelt.

Zwei junge Schauspieler der Volksbühne im intensiven Bühnen-Dialog während der Probe zu Romeo und Julia

Bildlegende: Junge Migranten und Migrantinnen bringen Shakespeares Romeo und Julia leidenschaftlich auf die Bühne Georgios Kefalas

«Wir machen kein Migrationstheater», stellt Regisseurin Anina Jendreyko klar. «Sondern die Menschen stehen im Zentrum. Die Menschen mit ihren vielfältigen und unterschiedlichen Ressourcen.» Anina Jendreyko arbeitet seit vielen Jahren mit Jungendlichen mit Migrationshintergrund. Aus dem Projekt «fremd?!» entstand nun die Basler Volksbühne. «Wir wollten weitergehen und haben nun eine Volksbühne gegründet. Wir wollen Theater machen, das Menschen miteinbezieht und deren Realität widerspiegelt», erklärt Produktionsleiter Pascal Moor.

Salem Habibi

Das bedeutet, dass die Volksbühne zum Beispiel nicht schlicht Romeo und Julia aufführt, sondern den Stoff anpasst. Die Produktion heisst «Salem Habibi», ein Gemisch aus türkisch und arabisch. «Wir haben die Pole aufgelöst. Es gibt keine starren Zugehörigkeiten mehr zu den verfeindenden Familien, sondern es gibt nur Einzelpersonen», so Anina Jendreyko. Einzelpersonen, die ihre Biografie und ihren kulturellen Hintergrund in die Rollen einbringen.

Nicht irgendein Romeo

Der junge Mann, der Romeo spielt, beschreibt was dies für ihn bedeutet: «Ich spiele nicht einfach Romeo, sondern ich spiele mich als Romeo. Ich spreche zum Beispiel arabisch oder ich nutze meine eigenen Erfahrungen im Schauspiel.»