Von gebrochenen Nasen und blauen Augen: 40 Jahre Rugby in Basel

Vor 40 Jahren wurde von englischen Migranten der Rugby Football Club Basel gegründet. Heute sind die Expats in der Minderheit. Dennoch konnte sich Englisch als Umgangssprache halten. Neben dem Sport ist allen die Geselligkeit nach dem Spiel - auch mit dem Gegner - wichtig.

Circa 20 Männer in Lauerstellung halten sich gegenseitig.

Bildlegende: Ein Scrum (Gedränge), aus dem dann der Ball in irgend eine Richtung gespielt wird. SRF

Sechs Mannschaften trainieren beim RFC Basel. Neben der 1. Mannschaft, die letztes Jahr noch in der obersten Liga der Schweiz spielte, gibt es auch eine Juniorenmannschaft und eine Frauenmannschaft. Allen gemein ist, dass auf dem Platz gnadenlos gekämpft wird. Nach dem Schlusspfiff ist aber alles vorbei und es gibt keine bösen Worte mehr.

Dass der Verein in den Gründerjahren aus vielen Expats bestand, dies sei schwierig gewesen, sagt Martin Pütter, langjähriges Mitglied und heute noch aktiver Schiedsrichter. «Da hatten wir eine gute Mannschaft, und dann mussten einige wieder weiterziehen, weil der Arbeitgeber für sie eine Arbeit in Asien oder Amerika hatte.»

Heute in Basel verwurzelt

Dies sei so schwierig gewesen, dass mit allen Kräften eine Juniorenabteilung aufgebaut wurde. Heute würden die meisten Aktiven aus dem eigenen Nachwuchs rekrutiert, meint Pütter weiter. «An einem der letzten Spiele konnten wir mit Genugtuung feststellen, dass nur ein Spieler seine Sporen nicht in unserer Juniorenabteilung abverdiente.»

Captain der ersten Mannschaft ist Patrick Senn. Für ihn ist Rugby eine Lebensschule. «Rugby ist hart aber fair!» Nicht alles könne der Schiedsrichter sehen. «Es gibt einen gewissen Grad an Selbstjustitz. Hält sich einer nicht an die Regeln, so richten wir das untereinander.» Verletzungen seien deshalb an der Tagesordnung. «Das gehört dazu», so Senn.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)