Vor dem zweiten Wahlgang: Mück und Dürr kreuzen die Klingen

Sowohl Heidi Mück (Basta!), wie auch der bisherige Regierungsrat Baschi Dürr (FDP) treten bei den Basler Regierungswahlen im zweiten Wahlgang an. Ihre Meinungen gehen bei vielen Themen weit auseinander. Zum Beispiel bei der Führung der Basler Polizei oder den Ausgaben im Erziehungsdepartement.

Heidi Mück (Basta!) gelang bei den Basler Regierungsratswahlen eine Überraschung: Obwohl ihr zuvor wenig Wahlchancen eingeräumt wurden, landete sie auf dem achten Platz. Nur 3000 Stimmen trennten sie von Polizeidirektor Baschi Dürr (FDP) . Beide treten am 27. November zum zweiten Wahlgang an.

Mück kritisiert Dürrs Führungsstil

Baschi Dürr stand in den letzten Wochen vor allem wegen seines Kaders in der Kritik. Dieses benutzte seit Jahren Dienstautos für den Privatgebrauch. Auch eine grosszügige Feier samt Helikopterflug nach einem Fussballspiel-Einsatz sorgte für Schlagzeilen. «Ich hätte früher ein Gefühl dafür entwickelt, dass dies bei der Basis nicht gut ankommt», kritisiert Mück. Dürr kontert: «Ich bin immer wieder bei der Basis und begleite zum Beispiel Streifenfahrzeuge».

«  Einen Pappteller-Einsatz gäbe es bei mir nicht. »

Heidi Mück
Regierungskandidatin Basta!

Auch das schnelle Einschreiten der Polizei goutiert Mück nicht und spricht einen Einsatz an, der an der Kunstmesse «Art» vor zwei Jahren für Furore sorgte. Damals wurden mehrere Kunstaktivisten festgenommen, die mit Papptellern eine Performance durchführten. «So einen Pappteller-Einsatz gäbe es bei mir nicht», sagte Mück.

Dürr wiederum fragt sich, ob Mücks Kritik nicht ein Problem darstellen könnte, wenn sie Regierungsrätin werden möchte. «Heidi Mück fühlt sich schon nur provoziert, wenn sie einen Polizist in Vollmontur sieht. Das ist eine schwierige Konstellation», meint Dürr.

«  Ein Polizist in Vollmontur reicht, um Heidi Mück zu provozieren. »

Baschi Dürr
Polizeidirektor BS, FDP

Weiter streiten sich die beiden über die Ausgaben im Basler Erziehungsdepartement. «Die Chefetage dort ist aufgeblasen», kritisiert Mück, und fügt an: «Ich würde mehr Geld ins Klassenzimmer stecken.» Baschi Dürr bezweifelt, dass dies umsetzbar ist: «Wo wollen Sie das Geld denn herholen?»

Dürr kritisiert auch Mücks Kampf gegen die Unternehmenssteuerreform III. Ob sie sich bewusst sei, was das für den Wirtschaftsstandort bedeute und weshalb auch die SP-Regierungsmitglieder für die Reform kämpften. «Ich bin mir dessen bewusst, aber ich will mich nicht von den Unternehmen erpressen lassen.» Es sei in der Tat ein heikler Punkt, bei dem ein Dissens mit der rotgrünen Regierung bestehe, aber in diesem Punkt vertrete sie ihre Partei.

Welche Argumente besser ankommen zeigt sich am 27. November. Dann findet der zweite Wahlgang der Basler Regierungswahlen statt.