«Vorstellbar wäre auch eine totale Aufkündigung des Univertrages»

Unversöhnlicher Streit zwischen zwei bürgerlichen Parteien in der Region Basel. Der Baselbieter FDP-Landrat Rolf Richterich will bei der Universität 25 Millionen Franken sparen. Der Basler LDP-Grossrat Conradin Cramer kann sich diesen Schritt überhaupt nicht vorstellen.

Im Streitgespräch verteidigt Rolf Richterich (FDP/BL) die Baselbieter Absicht, bei der Universität Basel 25 Millionen Franken zu sparen. Die Universität könne auch mit weniger Geld funktionieren, Effizienzsteigerungen seien möglich. Vielleicht wäre eine neue Campus-Lösung besser und billiger als die teuren Zentrumsstandorte in Basel. Rolf Richterich betont, dass die Baselbieter Sparbemühungen ernst zu nehmen seien: «In Basel hat man die Sensibilität im Baselbiet noch nicht begriffen. Möglich ist nämlich auch eine totale Auflösung des Univertrages. Ohne Weiterführung.»

Conradin Cramer (LDP/BS) widerspricht: Man dürfe nun die Universität auf keinen Fall schwächen. Es finde eine Verdrehung der Realitäten statt. Das Baselbiet stelle mit 21% mehr Studenten an der Universität als der Stadtkanton (17%). Es sei deshalb nur logisch, dass der Landkanton bei seiner aktuellen Finanzierung bleibe. Und allfällige Standortvorteile für Basel-Stadt seien heute mit rund 20 Millionen Franken bereits abgegolten. Mit dem neuen Standort des Tropeninstitutes in Allschwil erhalte das Baselbiet bald einen wichtigen Ableger der Universität Basel.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)