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Wärmestube «Soup and Chill» Hilfe für Mensch und Tier: Hundefutter zur Gratissuppe

Für viele Randständige sind Tiere ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Im «Soup and Chill» erhalten sie gratis Futter.

Eine warme Suppe, Brot, Tee oder einen Kaffee - während der kalten Jahreszeit können sich Randständige oder Obdachlose in der Wärmestube «Soup and Chill» am Bahnhof SBB gratis verköstigen und aufwärmen. Das Angebot wird rege genutzt und nicht selten bringen die Gäste einen Hund mit.

Innige Beziehung

«Ein Hund ist ein treuer Begleiter», sagt Andreas Tännler, Gruppenleiter vom «Soup and Chill», «es ist dem Tier egal, wie viel Geld sein Besitzer hat oder wo er lebt.» Die Beziehung zum Hund sei für viele Obdachlose oder Randständige sehr innig. Aber auch Leute, die nicht auf der Strasse leben, und trotzdem kaum Geld zum Leben haben, hätten oft ein Haustier zu Hause, das ihnen viel bedeute.

Da das Futter für die Tiere aber auch viel kostet, bietet man im «Soup and Chill» seit einem Jahr zusammen mit dem Tierschutzbund Region Basel die sogenannte «Tiertafel» an. Hier können Randständige einmal in der Woche gratis Tierfutter beziehen.

Teures Tierfutter

«Das Futter für einen mittelgrossen Hund kostet bald einmal 100 Franken im Monat», rechnet Nadja Wüthrich vom Tierschutzbund vor. «Das können sich viele nicht leisten.» Auch Toni nicht. Der etwa 40-Jährige Mann kommt jede Woche und holt für seinen Hund «Lucky» das Futter.

«Ich schätze es sehr, dass ich das Futter hier gratis bekomme», sagt er. Nach einem Hirnschlag habe er «Lucky» bei sich aufgenommen. Er gebe ihm Stabilität und einen Tagesrhythmus. «Am Morgen weckt er mich, weil er rausgehen möchte», sagt er lachend.

Das Tierfutter wird von Herstellerfirmen gespendet, jeweils am Mittwochabend verteilt es Nadja Wüthrich an die Randständigen. Dabei achtet sie darauf, dass es auch die richtigen erhalten. Wenn jemand seinen Hund nie mitbringt, dann bekomme er auch kein Futter, so Wüthrich. «Sonst kann es auch sein, dass er das Futter einfach weiterverkauft und sich damit sein Bier finanziert. Und das wäre nicht Sinn der Sache.»