Warnstreik bei der BaZ-Druckerei

In der Nacht auf Montag hat die Belegschaft der Druckerei der Basler Zeitung die Arbeit niedergelegt. Sie fordert einen besseren Sozialplan im Hinblick auf die Schliessung Ende März.

Das Gebäude der BaZ am Wiesendamm

Bildlegende: Streik in der BaZ-Druckerei Keystone

Hintergrund des Streiks ist das definitiv beschlossene Aus für
die BaZ-Druckerei per Ende März 2013. Dieses hatte der
Verwaltungsrat nach dem Ende des Konsultationsverfahrens Ende Januar
bekannt gegeben. 72 Mitarbeitende werden entlassen. Laut syndicom
sind insgesamt 96 Personen von der Schliessung betroffen.

«Die Streikenden wehren sich gegen die Arroganz der Geschäftsleitung, die den Betrieb per 31. März schliessen will und alle Forderungen sowie ein Alternativprojekt der Belegschaft abgeblockt hat», schreibt die Gewerkschaft Syndicom. Das Personal fordere Abgangsentschädigungen, längere Kündigungsfristen und Sozialplan-Verhandlungen unter Beizug der Gewerkschaften.

Diese Vorschläge der Belegschaft seien bis anhin vom Verwaltungsrat mit der Begründung abgelehnt worden, dass die Basler Gruppe vor dem Konkurs stehe und deshalb kaum Geld für eine Unterstützung der Entlassenen zur Verfügung habe. 

Grossteil der Auflage erscheint trotzdem

Nach Auskunft von Roland Kreuzer von der Gewerkschaft Syndicom handelt es sich um einen Warnstreik. Am Montagmorgen wird die Arbeit wieder aufgenommen. Man erwarte jetzt, dass sich die BaZ-Eigentümer ernsthaft mit den Forderungen der Belegschaft auseinandersetzten. Am Mittwoch will eine Mitarbeiterversammlung die Lage neu beurteilen und das weitere Vorgehen beschliessen.

Von dem Streik betroffen waren die Basler Zeitung und ein Teil der Coop-Zeitung. Wie die Geschäftsleitung auf BaZ-Online mitteilt, konnte der Druck der BaZ an die Tamedia ausgelagert werden. So habe die Frühausgabe, rund 80 Prozent der Auflage, gedruckt und ausgeliefert werden können. Nicht rechtzeitig gedruckt hätten die Exemplare für die Postzustellung werden können.