Wegen teuren Grossprojekten müssen Baselbieter Gemeinden sparen

Viele Gemeinden im Kanton Baselland müssen sich gedulden. Sie müssen ihre geplanten Sanierungen von Schulhäusern und Strassen auf später verschieben. Ihre Vorhaben hat die Kantonsregierung auf die Liste der sogenannten «posteriorisierten» Projekte gesetzt. Besonders betroffen ist Allschwil.

Ein Tram der Linie 6 mit einer Werbung einer Versicherungsgesellschaft: «Neu bleibt alles beim Alten»

Bildlegende: Wie auf der Tramwerbung angekündet, bleibt in Allschwil alles beim Alten. Paul Menz

Seit die Finanzplanung bis 2024 vorliegt, ist klar, nicht alle geplanten Projekte im Kanton Baselland könne nach Wunsch realisiert werden. Der Finanzplanung liegt deshalb eine Liste der sogenannten «posteriorisierten Projekte» bei. Sie umfasst fast 60 einzelne Projekte, darunter Strassen- und Schulhaussanierungen und auch Hochwasser-Schutz-Massnahmen.

Ärger und Verständnis

Viele Gemeinden reagierten verärgert auf die Liste, zeigten aber Verständnis für die finanzielle Lage. Binningen zum Beispiel kann die Sanierung der Sekundarschule erst zehn Jahre später als geplant abschliessen. Man verzichte jetzt auf neue Fenster und die Dachsanierung, erklärt der Schulleiter Gerhard Stöcklin. Neben Binningen müssen auch die Gemeinden Münchenstein, Muttenz und Reinach sowie Allschwil ihre Schulsanierung auf später verschieben. Allschwil muss zudem die geplante Sanierung der Baslerstrasse für vier Jahre zurückstellen. Dagegen wehrt sich die Gemeinde. Mit einem Schreiben an die Baudirektion versuchte der Gemeinderat die Baselbieter Regierung dazu zu bewegen, dass sie auf ihren Entscheid zurückkommt. Doch ohne Erfolg.

Priorität für grosse Projekte

Baudirektorin Sabine Pegoraro kennt den Ärger in den Gemeinden. Auch sie sei unglücklich darüber, einige geplante Projekte auf die lange Bank hinausschieben zu müssen. Doch zwei grosse Projekte zwingen den Kanton zu diesen Massnahmen, nämlich der Neubau der Fachhochschule in Muttenz mit einer Bausumme von über 300 Millionen Franken und das neue Biozentrum der Universität Basel, das den Kanton Baselland 150 Millionen kosten wird.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)