Weniger Autoverkehr in Basel dank «Catch a Car»

Der Carsharing-Dienst wurde vor anderthalb Jahren in Basel als Pilotprojekt lanciert. Laut einer Studie der ETH bewirkt das Carsharing-Angebot eine Reduktion des Autoverkehrs. Ein «Catch a Car»-Auto ersetze vier Privatwagen.

«Catch a Car»-Auto steht auf dem Basler Barfüsserplatz

Bildlegende: Das Carsharing-Angebot «Catch a Car» wurde im August 2014 in Basel lanciert. Keystone

«Catch a Car» wurde im August 2014 von Mobility als Pilotprojekt in Basel lanciert. Das Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich hat das Projekt wissenschaftlich begleitet. Die Studie kommt zum Schluss, dass «Catch a Car» vorwiegend von jungen Menschen im Alter 18 bis 36 Jahren für kurze Fahrten im urbanen Raum genutzt wird, namentlich für Einkäufe und Besuche.

Dadurch reduziere sich der Autoverkehr, so die Erkenntnis der Studie. «Ein «Catch a Car»-Wagen ersetzt vier Privatautos», so Silena Medici, Leiterin von «Catch a Car». Da ein Auto von mehreren Personen benutzt wird, brauche es weniger Fahrzeuge, um das Mobilitätsbedürfnis der Baslerinnen und Basler zu decken. «Einige Nutzer haben sogar ihr Auto verkauft, seit sie unser Angebot nutzen», so Medici.

Dass «Catch a Car» Leute, die sonst nicht Auto fahren zum Autofahren verführt, glaubt Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels nicht: «Es ist eine Ergänzung zum öffentlichen Verkehr, nicht eine Konkurrenz» Das Carsharing-Angebot stehe deshalb nicht im Widerspruch zur Basler Verkehrspolitik, die eine Reduktion des Autoverkehrs und der Parkplätze vorsieht.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)

Das Prinzip «Catch a Car»

Im Unterschied zu »Mobility» haben «Catch a Car»-Fahrzeuge keinen festen Standort. Die Mitglieder können ohne vorherige Reservation mit einem Fahrzeug von A nach B fahren und es am Ziel auf einem öffentlichen Parkplatz abstellen. Basel ist die erste Schweizer Stadt mit einem stationsungebundenen Carsharing-Angebot. Weitere Städte sollen folgen.