Widerstand gegen Basler Spitalneubau hält an

Das Architekturbüro «Herzog & de Meuron» zieht einen Schlussstrich um die Spitalneubau-Diskussion. Das Projekt für einen Neubau des Klinikums 2 sei vom Tisch, hiess es am Donnerstag in einer Mitteilung. Man wolle sich nicht weiter äussern. Gut so, heisst es bei Kritikern des Neubau-Projekts.

Neubauprojekt mit Turm im Hintergrund

Bildlegende: Das umstrittene Projekt für einen Spitalneubau Visualisierung zvg

«Es ist ein Vorteil, wenn in einem Abstimmungskampf es nicht um Pro und Contra Herzog und de Meuron geht, sondern um das Projekt selber», sagt SP-Grossrat Daniel Goepfert. Goepfert kämpft an vorderster Front gegen den geplanten Spitalneubau der Architekten Giuliani/Hönger. Umstritten ist vor allem der geplante 60 Meter hohe Turm im Spitalgarten.

Goepfert rechnet fest damit, dass am Ende das Stimmvolk über den umstrittenen Neubau entscheidet. «Das Referendum und die folgende Abstimmung ist so sicher wie das Amen in der Kirche», gibt sich Göpfert überzeugt. Widerstand angekündigt hat auch der Basler Heimatschutz und auch im Parlament gibt es Stimmen, die das 60 Meter hohe Spitalprojekt wegen seiner Nähe zur Altstadt verhindern wollen.

«Ich befürchte, dass der Turm kommt»

LDP-Grossrätin Christine Wirz forderte in einem Vorstoss an die Regierung, die Jury solle bei der Vergabe des Projekts nochmals über die Bücher. Dass mit dem Rückzug von «Herzog & de Meuron» nun ein Alternativ-Projekt vom Tisch ist, bedauert sie gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. «Ich befürchte, dass der Turm kommt», sagt Wirz.

Kämpferischer gibt sich Daniel Goepfert. Er rechnet damit, dass bei einem Nein des Stimmvolks zum Bebauungsplan auch «Herzog & de Meuron» wieder im Boot wären und ihr gescheitertes Projekt doch noch eine Chance erhält.

Bei «Herzog & de Meuron» hiess es bereits am Donnerstag auf Anfrage, man wolle sich nun nicht mehr äussern zum Thema Spitalneubau und weiter in einer Medienmitteilung: «Selbstverständlich akzeptieren wir den Ausgang dieses Wettbewerbes. Seit dem Entscheid der Jury ist das Projekt bei uns vom Tisch.»