Widerstand gegen Neubau im Basler Gundeldinger-Quartier

Der geplante Neubau eines mehrstöckigen Hauses im Hinterhof an der Gundeldingerstrasse 430 stösst bei Anwohnern auf Widerstand. Sie wehren sich, dass der grüne Hinterhof verschwinden soll.

Während durch die Gundeldingerstrasse lärmige Autos, Busse und Trams fahren, herrscht im Hinterhof der Liegenschaft 430 idyllische Ruhe. Grüne Büsche, Bäume, ein Sitzplatz und ein Kiesweg prägen das Bild – ein für das Gundeldinger-Quartier typischer Hinterhof.

Mit der Idylle soll es aber vorbei sein. «Ich habe schon bald eine Betonwand vor meiner Wohnung», sagt Monika Strebel, die neben dem betroffenen Hinterhof eine Wohnung besitzt. Das geplante Gebäude in ihrer Nachbarschaft soll vier Stockwerke hoch werden. Aufgrund der engen Platzverhältnisse wird das Haus nahe an bestehende Gebäude gebaut. Monika Strebel hat sich mit einer Einsprache gegen die Baupläne gewehrt, berichtet das Newsportal «Onlinereports». Die zuständige Baurekurskommission hat die Einsprache jedoch abgelehnt, wie Anwalt René Brigger bestätigt. Die Begründung steht noch aus. Der Fall ist stellvertretend für Konflikte in einer wachsenden Stadt; ein ähnlicher Fall gab es auch in der Nähe der Messe, im Kleinbasel. Mit der zunehmenden Verdichtung von Basel werden solche Konflikte zunehmen.

«  Wenn das Baudepartement so massive Ausnahmen erteilt, können wir das Bau- und Planungsgesetz gleich entsorgen. »

René Brigger
Anwalt und SP-Grossrat

Auch Doris Weiller ist vom Neubau betroffen. Sie wohnt in einer Parallelstrasse und sammelt nun Unterschriften für eine Petition gegen das Bauvorhaben und das Verschwinden von Grünflächen. «Wir haben bislang grosse Unterstützung und viele positive Reaktionen aus dem ganzen Quartier erhalten», sagt Weiller. Basil Erny, auch er Anwohner, ergänzt: «Es kann doch nicht sein, dass auf der einen Seite Projekte zur Belebung und Begrünung von Hinterhöfen laufen und auf der anderen Seite das hier passiert.» Betroffen sei nicht nur das Gundeldinger-Quartier sondern die ganze Stadt.

Wenig Ersatz für Grünflächen

René Brigger, der Anwalt von Monika Strebel und SP-Grossrat, meint, dass in diesem Fall klar weniger Grünfläche kompensiert wird als gesetzlich vorgeschrieben. Die Baubewilligung sei nur wegen einer Ausnahmeregelung erteilt worden, so Brigger. Darüber ärgert er sich: «Wenn das Baudepartement so massive Ausnahmen erteilt, können wir das Bau- und Planungsgesetz gleich entsorgen.»

Ob er und seine Klientin den Fall an die nächste Instanz weiterziehen, ist noch offen. Monika Strebel und ihre Nachbarin Doris Weiller haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. «Wir hoffen, dass das Projekt redimensioniert wird und so mehr Grünfläche bleibt.»

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)