Wie transparent soll die Polizei kommunizieren?

Die Baselbieter Polizei erwischt eine Raserin, die mit 80 statt nur mit 50 Stundenkilometer durch Grellingen fährt. Die städtische Polizei erwischt einen Mann, der eine Tankstelle überfallen haben soll. Soll die Polizei in solchen Fällen die Nationalität der Öffentlichkeit bekannt machen?

Verkehrskontrolle in der Nacht

Bildlegende: Raser werden erwischt, soll ihre Nationalität gegenüber der Öffentlichkeit publik gemacht werden? Keystone

Die Konferenz der kantonale Polizeikommandanten hat eine klare Haltung: Man solle die Nationalität immer preisgeben. So schreibt sie es in ihren Richtlinien. Nicht alle Kantone halten sich aber daran.

Baselland ist strikter als die Stadt

Die Baselbieter Polizei hält sich an die Richtlinien: «Wir nennen Nationalitäten immer», sagt Polizeisprecher Meinrad Stöcklin. Die Bevölkerung würde diese Art von Transparenz schätzen, ergänzt er.

Anders in der Stadt: «Wir nennen die Nationalität nur dann, wenn sie auch einen Mehrwert bringt», sagt Andreas Knuchel, Sprecher der Basler Polizei. Und er macht ein Beispiel: «Bei einem Raser spielt die Nationalität keine Rolle.» Die wichtige Information sei lediglich das zu schnelle Fahren.

Auch der Presserat hat sich schon öfters mit diesem Thema auseinandergesetzt und seine Haltung über die Jahre verändert. In den 1990er Jahren galt das journalistische Diskriminierungsverbot: Nationalitäten durften nicht genannt werden. Heute hat der Presserat seine Richtlinien etwas gelockert. Journalisten dürfen Nationalitäten im Zusammenhang mit Verbrechen melden, wenn die Herkunft eine relevante Information darstellt.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)