Wirbel um Koran-Unterricht in Kleinbasler Pfarrei

Seit einigen Monaten gewährt die katholische Gemeinde St.Joseph im Kleinbasel jeweils am Wochenende islamischen Koran-Schülerinnen und -Schülern Gastrecht. Darüber gibt es jetzt eine Diskussion innerhalb der katholischen Kirche.

Hauptportal der Kirche St. Joseph in Basel

Bildlegende: Der Koran-Unterricht im Pfarreiheim der Kirche St. Joseph in Basel ist umstritten. Juri Weiss

Mit einem Antrag (s. Kasten) zuhanden der nächsten Sitzung der Synode Basel-Stadt, dem Kirchenparlament, will der ehemalige Synoden-Präsidänt Marc Ducommun verhindern, dass künftig in Kirchgemeinden zum Beispiel Koran-Unterricht stattfinden kann. In St.Joseph geschieht dies seit September 2015.

Verständnis für Ängste

Der Initiant dieses Koran-Unterrichtes, der Pfarrer von St. Joseph, Ruedi Beck, nimmt direkt zu diesem Antrag keine Stellung. Gegenüber dem Regionaljournal Basel sagt er aber ganz allgemein, er habe Verständnis für Ängste gegenüber Fremdem und Fremden, also auch dem Islam: «Es ist nur eine Frage, wie man mit solchen Ängsten umgeht.»

Für ihn seien Christentum und Islam Partner-Religionen. Deshalb sei es auch nicht mehr als recht, dass eine christliche Institution den Religionsunterricht fördern würde, auch den muslimischen. Ausserdem gäbe es im Kleinbasel, wo sich seine Gemeinde befindet, gleich viele Muslime wie Katholiken, da sei Pragmatismus gefragt.

Über den Antrag von Marc Ducommun berät die Synode am 15. März. Möglicherweise gibt es dort dann eine Grundsatzdiskussion, wie weit sich die Kirche anderen Religionen gegenüber öffnen soll.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)

Der Antrag

Im Antrag, der von Synoden-Mitgliedern unterzeichnet ist, wird u.a. verlangt, dass die Pfarrgemeinden die Benützung regeln, «wobei die Abhaltung kultischer oder didaktischer Veranstaltungen von Organisationen, die das christliche Glaubensbekenntnis nicht mittragen, zu vermeiden ist.»