Wird das Kloster Mariastein zum reinen Tourismusort?

Eine Studie zeigt, was man beim Kloster Mariastein schon länger vermutet hat. Junge Katholiken begeben sich kaum noch auf Wallfahrten. Aber es gibt andere Gruppen, welche nun pilgern. Wie man mit dieser Situation umgeht, weiss man beim Kloster Mariastein noch nicht.

Es ist nach Einsiedeln der zweitgrösste Wallfahrtsort in der Schweiz: Das Solothurner Kloster Mariastein in der Nähe der Stadt Basel. Seit dem 15. Jahrhundert pilgern die Gläubigen dorthin. In den letzten Jahren gab es jedoch einen massiven Wandel. Eine Studie hat dies nun belegt.

So gibt es kaum noch junge, einheimische Katholiken, welche nach Mariastein pilgern. «Das traditionelle katholische Stammpublikum bricht allmählich weg», erklärte der Verantwortliche für die Wallfahrten, Pater Ludwig, gegenüber Radio SRF.

Dies zeigt nun auch die Studie des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts. Die Pilger aus der Region Nordwestschweiz, Elsas und Südbaden werden immer älter. Dafür kommen neue Gruppen dazu. So besuchen inzwischen Migranten aus etwa 27 verschiedenen Ländern.

Wie geht man mit nicht-religiösen Menschen um?

Zudem besuchen heute auch Personen Mariastein, welche mit der katholischen Kirche gar nichts am Hut haben. Dies sind etwa Leute, welche Spiritualität, Ruhe oder Trost suchen.

Kloster

Bildlegende: Das Kloster Mariastein im Kanton Solothurn ist ein beliebter Pilgerort. Leider fehlen die jungen Pilger zusehends. Mario Gutknecht/SRF

Wie man mit diesen neuen Besuchern umgeht, weiss man beim Kloster Mariastein auch noch nicht recht. Im vergangen Jahr bot man für solche Personen eine Öko-Wallfahrt an, bei welcher man zu Fuss, mit dem Velo oder öffentlichen Verkehr teilnehmen konnte. Dies sei jedoch ein Flop gewesen, gibt Pater Ludwig zu.

Zurzeit erarbeitet man im Kloster eine Strategie. Es geht dabei um die zentrale Frage, ob die Besucher überhaupt angesprochen oder einfach in Ruhe gelassen werden sollen.

(Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr)

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