Wirtschaftsraum in der Region hofft auf grosse Kontingente

Nach dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative versuchen Behörden und Wirtschaftsverbände in der Region nach vorne zu schauen. Sie hoffen auf möglichst grosse Kontingente für Firmen in der Region. Und der Basler Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin rügt die Baselbieter Wirtschaftskammer leise.

Satellitenaufnahme des Rheinknies

Bildlegende: Verunsicherung im trinationalen Wirtschaftsraum Basel nach der Abstimmung vom Wochenende. Google

Auch in der Region Basel muss sich die Wirtschaft nun mit den Forderungen der Masseneinwanderungs-Initiative auseinandersetzen: Kontingente für Arbeitskräfte aus dem Ausland und Inländervorrang.

Aus Sicht des Basler Wirtschaftsdirektors Christoph Brutschin (SP) sind die Kontingente weniger ein Problem für die Wirtschaft - solange diese Höchstzahlen genügend gross seien. «Am meisten Sorgen macht mir eine mögliche Kündigung der bilateralen Verträge. Das ist ein Damoklesschwert, es schafft Unsicherheit, und für die Wirtschaft gibt es nichts Schlimmeres.»

«Von der Wirtschaftskammer hörte ich weniger»

Sicher sei: Den Behörden entstünde in Zukunft Mehraufwand, etwa weil auch die rund 60'000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die in beiden Basel arbeiten, Bewilligungen benötigen.

In diesem Zusammenhang lobt Brutschin den Gewerbeverband Basel-Stadt: Dieser habe vor der Abstimmung auf diese Situation aufmerksam gemacht. Dafür rügt der Basler Wirtschaftsdirektor die Wirtschaftskammer Baselland: «Vielleicht habe ich nicht ganz alles mitverfolgt - aber von der Wirtschaftskammer hörte ich da deutlich weniger.»

Geplänkel um Kampagne

Bei der Wirtschaftskammer gibt Direktor Christoph Buser zurück: Der zuständige Wirtschaftsrat habe die Nein-Parole sechs Wochen vor der Abstimmung gefasst - da habe die Wirtschaftskammer nicht mehr auf die regionale Kampagne der Arbeitgeberverbände aufspringen können.

Die Mittel für die regionale Kampagne seien bei Wirtschaftsverbänden in der Stadt koordiniert worden. «Und wenn die Kampagnenleitung dort findet, das Geld für die Kampagne sei mehrheitlich in der Stadt einzusetzen, weil wir unseren Entscheid erst später fällten, dann ist das die Sache der Kampagnenleitung und nicht der Wirtschaftskammer.»