Béatrice Bowald: «Als Industriepfarrerin möchte ich vermitteln»

Die römisch-katholische Theologin ist Industriepfarrerin beider Basel. Am Sonntag wird sie offiziell in ihr Amt eingesetzt. Im Wochengast-Gespräch erklärt sie, dass sie sich als Seelsorgerin eher als Vertreterin der Angestellten sieht, aber auch ein offenes Ohr für die Arbeitgeber hat.

Portrait Béatrice Bowald im Hintergrund Werk Klybeck von BASF

Bildlegende: Industriepfarrerin Béatrice Bowald vor ihrem «Arbeitsort», den chemischen Werken im Klybeck SRF

Die neue Pfarrerin für Industrie und Wirtschaft ist seit einem halben Jahr im Amt. Sie teilt sich die Aufgabe mit ihrem evangelisch-reformierten Kollegen Martin Dürr. Als Seelsorgerin bietet Sie Beratung und Hilfe für Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, die in Unternehmen tätig sind und ist auch im Kontakt mit Arbeitgebern. Als Pfarrerin ist sie Anlaufstelle für Lehrlinge der Aprentas: Hier gehen Lehrlinge der Chemie- und Pharmafirmen zur Schule.

Béatrice Bowald mit Jahrgang 1965 legt grosses Gewicht auf die Gleichstellung von Frauen. Sie versuche dafür vor allem verschiedenste Gruppen zu vernetzen, damit Anliegen wie «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit» oder eine bessere Vertretung von Frauen in Führungsetagen der Wirtschaft rascher Wirklichkeit werden.

«Bischof Gmür will im Dialog mit Kirchenkritikern bleiben»

Im Gespräch äussert sich Bowald auch zu einer Diskussion im Bistum Basel: Bischof Felix Gmür reagierte kürzlich auf die Forderungen einer Pfarrei-Initiative mit einem Brief, in dem er von den Seelsorgerinnen und Seelsorger «Gehorsam» verlangt.

Béatrice Bowald relativiert die Reaktion. Der Brief zeige, dass Bischof Gmür moderne Forderungen nach Frauenordination oder Zulassung Geschiedener zur Kommunion nicht rundweg ablehne, sondern im Dialog bleiben wolle.