Carlo Conti: «Das Rampenlicht fehlt mir nicht.»

Nach 14 Jahren tritt der Basler Gesundheitsminister von der politischen Bühne ab. Er war auch national ein gefragter Experte des Gesundheitssystems. Trotzdem werde ihm das Rampenlicht nicht fehlen, verrät er im Interview.

Carlo Conti in seinem Büro

Bildlegende: Gesundheitsdirektor Carlo Conti tritt nach 14 Jahren vorzeitig aus dem Regierungsrat zurück. Keystone

Beim Mikrofontest vor dem eigentlichen Interview, beschreibt Carlo Conti, wo er sich befindet und nennt dabei schon die Adresse seines neuen Büros in einem Basler Anwaltsbüro.

Zurück zu den Wurzeln

Offenbar ist der national bekannte Gesundheitsdirektor in Gedanken schon wieder zurück in seinem angestammten Beruf als Anwalt. Im Interview als Wochengast sagt er denn auch, dass es ihm nicht schwer fällt, sich aus dem politischen Rampenlicht zurück zu ziehen. Das Rampenlicht sei nämlich nicht immer angenehm. Man sei ständig ausgestellt, alles was man unternehme werde beobachtet und interpretiert.

Conti, der bei seinen öffentlichen Auftritten stets sehr kontrolliert und abgeklärt wirkte, verrät, dass auch er ein Ventil benötigte, ab und zu Dampf ablassen musste. Oft sei ihm dies beim Joggen in aller «Herrgottsfrühe» gelungen. Bei den Mitarbeitern seines Departements waren diese Tage, an welchen Conti vor der Arbeit joggte, allerdings berühmt berüchtigt: Der Gesundheitsdirektor konnte beim Joggen ungestört nachdenken und kam dann oft ins Büro zurück und deckte seine Mitarbeiter mit zahlreichen Aufträgen ein.

Keine weiteren Verfehlungen

Er sei kein Erbsenzähler, sagt Conti. Und weil er wisse, dass dies eine seiner Schwächen sei, habe er sich geärgert, dass er Honorar eingestrichen hatte, statt der Staatskasse abzuliefern. Er habe sich dazu entschieden, seine Schuld einzugstehen, um mit sich selbst wieder ins Reine zu kommen, damit er am Morgen wieder in den Spiegel blicken könne. Mit jedem Tag nach seinem Schuldeingeständnis sei es ihm auch wieder besser gegangen. Das noch weitere Verfehlungen an den Tag kämen, könne er ausschliessen. Dies werde auch der Bericht der Finanzkontrolle bestätigen.

Jetzt freue er sich, dass er seine Erfahrungen neben seiner Tätigkeit im Anwaltsbüro auch Juristinnen und Juristen der nächsten Generation weiter geben könne und zwar mit einem Lehrauftrag zu Gesundheitsrecht an der Universität Basel. Auf die Frage, ob er später für den Ständerat kandidieren wolle, gibt er keine klare Antwort: Er gehe jetzt zurück in seinen angestammten Beruf, «alles andere ist in weiter Ferne.»

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)