«Jeder Mensch ist ein schräger Vogel»

Durch seine Funktion als Basler Regierungspräsident sei er stets unter besonderer Beobachtung gewesen, sagt Guy Morin im Gespräch. Kritik an seinem Auftreten sei daher nicht aussergewöhnlich. Diese Woche gab Guy Morin bekannt, dass er nicht mehr zu den Wahlen im Herbst antritt.

Sie haben ihn begleitet, seit er im Amt ist: die Diskussionen über sein Auftreten, seine Kleidung, seinen Stil. Guy Morin sagt, dies gehöre einfach dazu, wenn man sich in einer derart exponierten Funktion engagiere. Als Regierungspräsident oder Bürgermeister stehe man im Fokus. «Man kann es nie allen recht machen.»

«  Es geht keinem andern Kanton in der Schweiz so gut wie Basel-Stadt »

Guy Morin
Regierungspräsident Basel-Stadt

Es habe aber auch in der Politik Platz für ungewöhnliche Persönlichkeiten, sagt er und nennt als Beispiel den Londoner Bürgermeister Boris Johnson. Dass Guy Morin selber bisweilen als schräger Vogel wahrgenommen wurde, stört ihn nicht. «Jeder Mensch ist ein schräger Vogel», findet er. Jeder Mensch sei gewöhnungsbedürftig für sein Gegenüber. Ihm sei es wichtig gewesen, stets authentisch aufzutreten.

Rot-grün müsse Regierungsmehrheit geeint verteidigen

Guy Morin zieht eine positive Bilanz seiner Zeit im Regierungsrat und als Regierungspräsident. Die rot-grüne Mehrheit habe erfolgreich gearbeitet. «Es geht keinem anderen Kanton in der Schweiz derart gut wie Basel-Stadt», glaubt er. Die Finanzen seien gesund, der Kanton nehme aber auch seine soziale Verantwortung wahr. Guy Morin appelliert nun an die rot-grünen Parteien, sie müssten Sorge dafür tragen, dass sie die Mehrheit in der Regierung verteidigen können. Dies klappe nur, wenn das gesamte linke Lager geeint zu den Wahlen im Herbst antrete.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)