Jürg Aebi: «Wir wollen wieder mehr Patienten»

Der neue Direktor des Kantonsspital Baselland, Jürg Aebi, hat ein anspruchsvolles Ziel. Er will auf dem hart umkämpften Spitalmarkt nicht nur verlorene Patienten zurückholen, sondern auch neue gewinnen. Dass mit dem Wachstum auch die Kosten für Kanton und Prämienzahler steigen, glaubt Aebi nicht.

Jürg Aebi lacht in die Kamera, im Hintergrund sieht man unschaf Bilder von Angestellten

Bildlegende: Will verlorene Patienten wieder zurückholen: Der CEO des Kantonsspital Baselland, Jürg Aebi. SRF

Aebi wehrt sich gegen den Vorwurf, mit seiner diese Woche angekündigten Wachstums-Strategie drehe er an der Kostenspirale. «Wenn wir mehr Patienten haben, bedeutet dies nicht, dass auch die Kosten steigen», präzisiert der CEO des Kantonsspital Baselland im Wochengast-Gespräch des «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Ein grosser Teil des Spitalkosten seien Fixkosten, verursacht durch Grundangebote wie zum Beispiel eine Notfallstation.

Angesprochen auf Überkapazitäten in der regionalen Spitallandschaft und eine damit verbundene mögliche Schliessung eines Standorts schiebt Aebi die Verantwortung dem Kanton zu. «Der Kanton bestimmt, wie er die Versorgung der Bevölkerung wahrnehmen will», so Aebi, der früher Leiter des Standorts Liestal war und nach einer turbulenten Zeit Nachfolger von Ex-Spitaldirektor Heinz Schneider wurde.

Volles Vertrauen ins eigene Team

Insgesamt stehe das Kantonsspital Baselland auch nach der Fusion der drei Standorte zu einem Unternehmen gut da. «Wir haben es geschafft, im ersten Jahr nach der Verselbständigung schwarze Zahlen zu schreiben», sagt Aebi hörbar mit Stolz.

In seine Mitarbeiter habe er vollstes Vertrauen. «Ich würde mich jederzeit im Kantonsspital Baselland behandeln lassen», betont er und verweist darauf, dass Patienten aus der ganzen Welt ins Baselbiet kämen, um sich hier operieren zu lassen. «Wir haben unter den Ärzten internationale Kapazitäten hier im Haus.» Im Unterschied zu früher spiele jedoch mehr der Ruf eines ganzen Teams eine Rolle und nicht unbedingt die Namen einzelner Ärzte und Professoren.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)