Jürg Rämi: «Es braucht einen Grundsatzentscheid zum Euroairport»

Der Direktor des Euroairport spricht über die Probleme des binationalen Flughafens. Die Unstimmigkeiten zwischen der Schweiz und Frankreich seien vorerst beigelegt - nun sei es wichtig, dass die Unternehmen am Flughafen bald wüssten, wo Schweizer Recht gilt und wo französisches Recht.

Flughafendirektor Jürg Rämi.

Bildlegende: Flughafendirektor Jürg Rämi. Keystone

Der Euroairport hat eine turbulente Zeit hinter sich. Vor zwei Wochen gab die französische Luftfahrtbehörde bekannt, sie wolle zwei neue Gebühren einführen auf Flugtickets für Flüge, die über den Schweizer Sektor des Flughafens abgewickelt werden. Zuvor hatte es solche Gebühren bloss im französischen Sektor gegeben. Dieses Vorgehen Frankreichs sorgte in der Schweiz für grossen Ärger. Nach Protesten aus der Schweiz gab Frankreich vergangene Woche bekannt, dass man vorläufig auf die Gebühren verzichte.

Flughafendirektor Jürg Rämi erzählt im Interview mit dem «Regionaljournal» von Radio SRF: «Ich selber habe relativ spät von diesen neuen Gebühren erfahren.» Die französischen Behörden hätten ihn zwar informiert, dass über solche Gebühren nachgedacht würde. «Dass Frankreich sie tatsächlich einführen will, das habe ich aber erst von einer Fluggesellschaft erfahren, die einen entsprechenden Brief aus Frankreich erhielt.» Er bezeichnet Frankreichs Vorgehen als «unglücklich». Rückblickend kann Jürg Rämi dem Trubel jedoch auch Positives abgewinnen. «Es ist gut, dass dadurch Gespräche zwischen der Bern und Paris in Gang kamen.»

Der Euroairport ist ein binationaler Flughafen. Dies führt zu Grundsatzfragen wie: Gilt im Schweizer Sektor des Flughafens auch Schweizer Recht, beispielsweise bei Steuerfragen - oder gilt französisches Recht, weil der gesamte Flughafen auf französischem Staatsgebiet liegt. Rämi fordert: «Es braucht bald einen Grundsatzentscheid.» Die Firmen auf dem Flughafen seien auf Rechtssicherheit angewiesen.