Katrin Eckert: «Ich könnte kein Buch schreiben.»

Katrin Eckert ist seit gut fünf Jahren Leiterin des Basler Literaturhauses. In diesen Tagen steht sie aber vor allem als Leiterin der «BuchBasel» in der Öffentlichkeit. Im Regionaljournal Basel spricht sie über den politisch gefärbten Auftakt der «BuchBasel» und über Männer an Literaturlesungen.

Frau Eckert am Rednerpult

Bildlegende: Festivaldirektorin, Katrin Eckert, eröffnet die diesjährige «BuchBasel». zvg

Die «BuchBasel» wurde am Donnerstagabend feierlich eröffnet. Sechs Autorinnen und Autoren aus der Region wurden eingeladen, einen eigenen Text vorzulesen. Inhaltlich sollte der Kurztext vom Verhältnis der beiden Basel handeln. Für Katrin Eckert, die Festivalleiterin der «BuchBasel» war es überraschend, dass alle Autoren einen politisch motivierten Text verfassten, in dem es hauptsächlich um die Vorteile einer Kantonsfusion ging. Für Katrin Eckert ist das kein Problem: «Anscheinend beschäftigt das Thema auch die Literatur», sagte Eckert gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

«BuchBasel» soll alle erreichen

Der Startschuss zum Festival ist also gefallen. In den nächsten Tagen werden im Rahmen der «BuchBasel» etwa 100 Lesungen stattfinden. Das löst bei Katrin Eckert eine leichte Nervosität aus, denn sie möchte, dass die Lesungen gut besucht sind und die Autoren sich wohl fühlen. Dass die «BuchBasel» nicht mehr in der Messe stattfindet, ist für die Organisatorin kein Problem. Wichtig sei vor allem, dass man ein Zentrum, einen Treffpunkt habe, an dem die Festivalbesucher sich nach den Lesungen austauschen könnte, sagte Eckert und ergänzte: «Mit dem Volkshaus haben wir einen solchen Ort gefunden.»

Die «BuchBasel» soll sich auch an Personen richten, die nicht jeden Tag ein Buch lesen. Katrin Eckert ist der Meinung, dass das diesjährige Programm vielfältig sei und Menschen anziehen könnte, die ansonsten wenig mit Literatur zu tun hätten. «Wir haben eine Veranstaltung mit den Schweizer Talibangeiseln und viele politische Diskussionen.»

«  Das Programm geht schon über das klassische Wasserglas-Lesungspublikum hinaus. »

Katrin Eckert

Das Publikum ist jünger und männlicher

Als Katrin Eckert vor fünf Jahren, am 1. Oktober 2012, die Leitung des Literaturhauses übernahm, formulierte sie folgendes Ziel: Sie wollte das die Institution dem Volk näher bringen und aktuellere Themen ansprechen. Sie sei diesem Ziel näher gekommen. Diverse Reihen mit gesellschaftspolitischen Themen kämen bei den Menschen gut an. Auch würden vermehrt Männer an diesen Veranstaltungen teilnehmen, was bei gewöhnlichen Literaturlesungen nicht der Fall sei, sagte Eckert.

Auch sei sie erfreut über den Zuwachs der jungen Männer und Frauen im Literaturhaus. Das Erfolgsrezept sei die Lesereihe «Vorlaut». An diesen Anlässen würden renommierte Schweizer Autoren, Texte von jungen Nachwuchsautoren lesen. Dieses Konzept sei erfolgreich und würde neues Publikum ins Literaturhaus bringen.

Ein Leben ohne Buch ist unvorstellbar

In Katrin Eckerts Leben dreht sich alles um Bücher. Sie lese immer, auch wenn sie müde im Zug sitzen würde und sich vornehme, kein Buch zu lesen. Länger als dreissig Minuten könne sie den Vorsatz nicht durchziehen. Die Frage, ob sie selber mal ein Buch schreiben wolle, verneinte sie: «Ich war zu lange Lektorin und weiss, was es braucht, ein gutes Buch zu schreiben.»

Katrin Eckert leitet das Basler Literaturhaus seit dem 1. Oktober 2013. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Literaturkritik in Zürich und Berlin. Nach Abschluss des Studiums war sie Lektorin im Benziger Verlag. In den folgenden Jahren arbeitete sie für diverse Verlage und Agenturen, unter anderem auch in London. Katrin Eckert verfügt über ein dichtes Beziehungsnetz in der Welt der Literatur. Sie legt grossen Wert auf gute Kontakte im Bereich des regionalen, nationalen und internationalen Literaturschaffens. Katrin Eckert wohnt in Basel und Zürich.