Paul Blumenthal: «Ich komme mir vor wie in einem Krimi»

Der neue Verwaltungsratspräsident der Basler Verkehrsbetriebe BVB muss einen Scherbenhaufen aufräumen. Nach dem unfreiwilligen Rücktritt seines Vorgängers Martin Gudenrath und der Entlassung des BVB-Direktors Jürg Baumgartner ist der 58-Jährige Verkehrsspezialist nun als Krisenmanager gefordert.

Porträt von Paul Blumenthal

Bildlegende: Paul Blumenthal, neuer Verwaltungsrats-Präsident der BVB. SRF

Die Basler Verkehrsbetriebe haben die wohl turbulenteste Woche in ihrer Geschichte hinter sich. Am Montag musste der bisherige Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath seinen Posten räumen, nachdem die Finanzkontrolle in einem Bericht die Aufsicht über den Betrieb bemängelt hatte. Am Mittwoch schliesslich wurde BVB-Direktor Jürg Baumgartner entlassen, weil er Mitarbeiterinnen sexuell belästigt haben soll.

Diesen Scherbenhaufen beseitigen muss nun Paul Blumenthal. Der langjährige SBB-Kadermann ist der neue Verwaltungsratspräsident. Er war schon in seinen ersten Tagen im Amt stark gefordert. «Ich fühle mich im Moment wie in einem Krimi. Jeden Tag erlebe ich eine neue spannende Phase», sagt Paul Blumenthal im Wochengast-Gespräch mit dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Diese Aufgabe als Krisenmanager mache er gerne, obwohl sie schwierig sei. «Ich fühle mich wohl dabei.»

Schlechtes Zeugnis für Betriebskultur

Dass der bisherige BVB-Direktor offenbar Mitarbeiterinnen sexuell belästigt hat, macht Paul Blumenthal aber zu schaffen. Es sei kein gutes Zeichen für die Kultur innerhalb der BVB, dass die belästigten Frauen an die Öffentlichkeit gehen mussten, um auf ihr Problem aufmerksam zu machen. Und das, obwohl es im Kanton Anlaufstellen für solche Fragen gibt. «Es sagt leider einiges über das Betriebsklima aus», sagt Paul Blumenthal.

Seine erste Aufgabe sei es deshalb, dafür zu sorgen, dass innerhalb der BVB wieder Ruhe einkehre. «Wir müssen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Zeichen geben, dass wir sie ernst nehmen und respektieren.» Dieses Signal habe die bisherige Unternehmensführung offenbar nicht ausgesandt.