Robert Labhart: «1914-1918 war für Basel eine Bewährungsprobe»

Der Historiker und ehemalige Gymnasiallehrer Robert Labhart hat ein Buch über Basel während und nach dem Ersten Weltkrieg geschrieben - und darin zahlreiche neue Fakten offengelegt.

Portrait

Bildlegende: Wochengast Robert Labhardt spricht im Regionaljournal Basel über sein neues Buch. SRF

«Krieg und Krise: Basel 1914-1918» heisst das in diesem Frühjahr erschienene Buch des Basler Historikers und ehemaligen Gymnasiallehrers Robert Labhart. Darin schildert der 67jährige Labhart, wie sich die Grenzregion Basel, aber auch die Stadt selbst, durch die schwierige Zeit des Ersten Weltkrieges brachte.

Auch die Stadt hungerte

Abgeschnitten von den «Gemüse- und Obstgärten» Südbadens und des Elsass, die beide stark vom Krieg betroffen waren, hatten es auch die Einwohnerinnen und Einwohner der beiden Basel schwer, wenn es ihnen auch als Bewohner eines kriegsneutralen Landes viel besser ging als anderen: «Aber im Krieg schaut jeder zuerst auf sich», meint Robert Labhart. Das habe auch die beiden Basel betroffen, etwa bei der Holzversorgung. Dazu wäre die Stadt militärisch, wie auch im Zweiten Weltkrieg, gar nicht verteidigt worden, hätte es einen deutschen oder französischen Einmarsch gegeben: «Die militärische Leitung der Schweizer Armee ging davon aus, dass die Neutralität des Landes nicht verletzt würde» sagt Labhart, der entsprechende Quellen auswertete.

Dazu kamen die Probleme, die es in anderen Landesteilen auch gab: die Soldaten waren damals noch nicht durch Lohnfortzahlungen abgesichert, viele Branchen der Wirtschaft kamen zum Erliegen.

«So befand sich auch die Region Basel am Schluss des Ersten Weltkrieges in einer Art Katerstimmung», analysiert Robert Labhart. Auch hier raffte die Spanische Grippe viele Menschen dahin, politische Unruhen forderten Todesopfer. Die Spannung zwischen Bürgertum und Linken hätte sich bis weit in die Nachkriegszeit gezogen - quasi ein schweres Erbe dieses Ersten Weltkrieges.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)