10’000 Schüler am Filmfestival Freiburg

In Freiburg wird der Besuch des Kinos Teil des Unterrichts. Das Filmfestival besuchen mittlerweile Schulklassen aus der ganzen Schweiz.

Gruppenfoto der Gymnasiasten.

Bildlegende: Die Gymnasiasten sind beeindruckt (v.l.): Simone Heutschi, Tanja Aegerter, Adrian Brügger, Camilo Duffour, Marco Dürig. Keystone

Eine Maturaklasse aus Freiburg besuchte den venezolanischen Film «Hermano»-Brüder. David und Julio wachsen in den Slums auf und hoffen auf einen Profivertrag beim FC Caracas. Der Film zeigt unverblümt die Gewalt unter den Gangs in den Slums.

Schüler beeindruckt

«Als die Mutter getötet und am Ende der Torhüter zu Tode geprügelt wird, das war brutal», sagt die 19jährige Gymnasiastin Tanja Aegerter. Der gleichaltrige Camilo Duffour war kürzlich in Venezuela: «Ich finde, der Film zeigt gut die Realität dort.» Sascha Bischof, Philosophielehrer am Kollegium St. Croix, nutzt den Kinobesuch für Diskussionen im Schulzimmer: «Themen wie Gerechtigkeit, Solidariät und Loyalität kommen zur Sprache».

Toleranz fördern

Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schweiz kommen nach Freiburg. In einer Gesellschaft, in der nur Hollywood Filme in den Kinos gezeigt werden, findet es Festivaldirektor Thierry Jobin wichtig, Gegensteuer zu geben: «Eine Gesellschaft die offen sein will, aber nur immer die gleichen Filme sieht, verarmt geistig. Die Folge ist Unverständnis und Intoleranz gegenüber andreren Kulturen.»