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100 Jahre «Bierhübelirede» Das «bête politique» Rudolf Minger taucht wieder auf

Bern, Bierhübeli-Saal, am 24. November 1917: Der 36-jährige Bauer und Bauernfunktionär Rudolf Minger aus Mülchi im Amt Fraubrunnen tritt ans Rednerpult. Er redet sich in Rage und fordert, die Bauern müssten sich politisch selbst organisieren.

Es war der Grundstein der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei BGB. Vor 100 Jahren ein politisches Erdbeben in der Schweiz. Denn die BGB etablierte sich als vierte politische Kraft, neben Freisinn, Sozialisten und den Katholisch-Konservativen.

Minger Rüedu hat die SVP gegründet. Seine Aura wirkt noch heute. Ein absolutes Vorbild.
Autor: Werner SalzmannPräsident der SVP Kanton Bern

Der erste Bauer im Bundesrat

Rudolf Minger wird als erster Bauer überhaupt in den Bundesrat gewählt, von 1929 bis 1940. Jahrzehnte später wird aus der BGB die SVP.

Die Volkspartei verehrt Rudolf Minger denn auch als Urvater. «Minger Rüedu» geht in die Geschichte ein als scharfsinniger, charismatischer und scharfzüngiger Politiker mit einem ausgeprägten Instinkt für Macht und die Bedürfnisse der Bevölkerung.

Noch heute gibt es quer durch die Parteienlandschaft viele Bilder und Wahrnehmungen zu dieser polithistorischen Figur. Denn um ihn ranken sich auch zahllose Anekdoten und Geschichten.

Rudolf Minger war ein Volkstribun. Der Blocher der 1920er-Jahre, einfach ärmer.
Autor: Peter Siegenthalerbernischer SP-Grossrat

Nicht nur ein Alphatier

Aber er ist nicht nur das Alphatier und der Poltergeist, der keinem Kampf mit dem politischen Gegner aus dem Weg ging. Er war auch ein Magistrat, der zu den Arbeitern den Kontakt fand, soziale Anliegen verfocht und der zeitlebens nichts anderes sein wollte als Bauer.

Rudolf Minger hat seine Bodenhaftung nicht inszeniert. Er war so: verwurzelt mit der heimatlichen Scholle.
Autor: Konrad StammHistoriker und Minger-Biograph

Das zeigt die neue Biografie «Rudolf Minger, Bauer, Bundesrat» des Historikers Konrad Stamm.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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