20'000 Unterschriften für die TGV-Linie Bern-Paris

Mehr als 20'000 Personen haben eine Petition für den Erhalt der TGV-Linie Bern-Paris unterzeichnet. Die Betreibergesellschaft Lyria erwägt, den Betrieb einzustellen.

Ein TGV im Bahnhof Bern.

Bildlegende: Fährt der TGV bald nicht mehr von Bern nach Paris? Keystone

Eine schweizerisch-französische Delegation unter der Leitung des Neuenburger Staatsrats Claude Nicati ist am Freitag nach Bern gereist, um die Signaturen dem Bund zu übergeben.

Eine Kiste mit 20'000 Unterschriften.

Bildlegende: Über 20'000 Unterschriften wurden heute beim Bund eingereicht. Keystone

Er fordere, dass sich die Verantwortlichen die Zeit nähmen, um die von der Einstellung bedrohte TGV-Linie Bern-Paris genau zu analysieren, sagte Patrick Genre, Stadtpräsident der grenznahen französischen Gemeinde Pontarlier.

Die TGV-Bahnverbindung sei für die betroffenen Regionen in der Schweiz und in Frankreich eine wichtige Lebensader.

Ohne sie wären diese Gegenden noch stärker an den Rand gedrängt.

Entscheid nicht vor dem Sommer

Der Direktor der TGV-Gesellschaft Lyria, Alain Barbey, sagte am Rande der Petitionsübergabe, dass ein Entscheid nicht vor dem Sommer gefällt werde. Es sei wichtig, die Sache gut zu überlegen. Barbey bekräftigte aber gleichzeitig, dass die Linie seit mehreren Jahren defizitär sei.

Für geraume Zeit hielten sich die Verluste in Grenzen. Nach der Einführung der TGV-Linie Basel-Paris im Jahr 2011 stiegen sie aber an. Ins Gewicht fällt vor allem, dass die Berner Kundschaft die Basler Linie bevorzugt. Dort gibt es mehr und komfortablere Züge und die Reisezeit ist nicht länger.