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20 Jahre Swiss Economic Forum Am Anfang standen die jungen Wilden

Das Swiss Economic Forum ist der wichtigste Anlass der Schweizer Wirtschaft. Die Anfänge waren allerdings abenteuerlich.

Eingang zum SEF 2018
Legende: 20 Jahre Swiss Economic Forum – seit 2011 im Kongresszentrum Interlaken. Christian Strübin/SRF

Das Swiss Economic Forum gibt es in dieser Form seit 1999. In den vergangenen 20 Jahren ist das SEF zum wichtigsten Anlass der Schweizer Wirtschaft geworden. Die Wurzeln gehen allerdings tiefer. Von 1993 bis 1998 gab es in Thun das «Forum der Jungen Wirtschaft». Die Anfänge waren absolut abenteuerlich.

Ein Signal der Jungen in schwierigen Zeiten

Anfangs der 1990er-Jahre ging es Thun nicht gut. Grosse Industriefirmen schlossen, der Bund baute bei seinen Rüstungsbetrieben ab, die Spar- und Leihkasse brach zusammen. Tristesse und Niedergeschlagenheit allüberall.

In dieser düsteren Stimmung griffen Mitglieder der «Thuner Wirtschaftskammer der Jungen» (TWJ) ein. Sie stampften das «Forum der Jungen Wirtschaft» aus dem Boden. Wilde Zeiten im alten Schadausaal mit den Provisorien aus Zeltblachen. Eine charmante Dschungelbaustelle. «Aber ein wichtiges, positives Signal von jungen Leuten, die einfach mal loslegten», erinnert sich der damalige Stadtpräsident Hans-Ueli von Allmen.

«Es war eine Gruppe, die sich sagte: Jetzt machen wir etwas. Mit aller Unbeschwertheit», schmunzelt die Garage-Unternehmerin Agnes Bettschen, damals schon Chefin des Familienunternehmens und TWJ-Präsidentin.

1998 zog sich der Verein des Jungunternehmerforums zurück. Die Helden wurden müde und das finanzielle Risiko wog zu schwer.

Der Wandel von den jungen Wilden zum Grossanlass

1999 übernahmen Peter Stähli und Stefan Linder den Anlass und formten daraus das «Swiss Economic Forum». Eine Erfolgsgeschichte, ohne Zweifel. Nur musste Thun trotz neuem Kultur- und Kongresszentrum 2011 davon Abschied nehmen. Interlaken warb den Anlass ab, weil die Infrastruktur und die Hotellerie mehr leisten konnten. «Das war eine Riesenenttäuschung», sagt alt Stapi Hans-Ueli von Allmen. Aber das SEF floriert. Jahr für Jahr ist es ein Magnet für rund 1300 Unternehmerinnen, Politiker, Referenten.

2016 verkaufen die Gründer Stähli und Linder ihr Lebenswerk an die Zürcher NZZ-Gruppe – die mit dem SEF allerdings in Interlaken bleiben will, versichert CEO Dominik Isler. Seither ist Peter Stähli Gast am SEF – und sieht es mit anderen Augen: «Jetzt habe ich Zeit, das SEF zu geniessen. Und als Gast zu begreifen, wie es eigentlich funktioniert.»

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