Platz für Fahrende und Lkw A12-Rastplatz La Joux-des-Ponts: Zwei Fliegen auf einen Schlag

Mit dem grösseren Autobahn-Rastplatz zwischen Genfersee und Freiburg haben der Kanton Freiburg und das Bundesamt für Strassen gleich zwei Probleme gelöst. Der Kanton hat acht Monate im Jahr einen Platz für Fahrende. Und der Bund Platz für Lastwagen, die im Winter nicht über die Pässe fahren können.

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Umstrittener Standplatz für Fahrende

3:43 min, aus Schweiz aktuell vom 12.7.2017

Die Erweiterung der Autobahn-Raststätte «La Joux-des-Ponts» auf der A12 zwischen Châtel St.Denis und Bulle ist nur über eine eigene Zufahrt von der Autobahn her erreichbar. Es ist ein grosser ovaler Platz mit einem kleinen WC-Kubus auf der einen Seite und Stromanschlüssen am Rand, von der Umgebung abgetrennt mit einem Erddamm und einem Sicherheitszaun.

Aber der karg eingerichtete Platz löst dem Kanton Freiburg und dem Bundesamt für Strassen (Astra) zwei Probleme

  • Der Kanton Freiburg hat nun während acht Sommermonaten einen Platz für Fahrende und 40 Wohnwagen. Der Verfassungsauftrag ist damit erfüllt.
  • Der Bund hat von November bis Februar ein Warteraum für Lastwagen, wenn die wegen verschneiten Pässen nicht weiterfahren können.
  • Ein solcher Multifunktionsplatz, ein Gemeinschaftswerk von Kanton und Bund, gibt es sonst noch nirgends. Der Bund prüft aber weitere Projekte dieser Art.
  • Die Erweiterung hat 2,5 Millionen Franken gekostet. Der Kanton Freiburg hat sich daran mit 700'000 Franken beteiligt.
«  Der neue Multifunktions-Platz im Kanton Freiburg ist ein Pilotprojekt. Hier war das Terrain dafür vorhanden. »

Jean-Bernard Duchoud
Vizedirektor Bundesamt für Strassen ASTRA

Das ist wohl der Grund, dass bei der Einweihung zwei Freiburger Staatsräte, der Vizedirektor des Astra, der Chef des Freiburger Tiefbauamtes und der Chef der Gendarmerie zugegen waren.

«  Wir hatten einen Verfassungsauftrag zu erfüllen. So gesehen ist die Einweihung wichtig. »

Jean-François Steiert
Staatsrat Kanton Freiburg

Einen ersten Eindruck verschaffte sich auch Andreas Geringer, Präsident des Verbandes Sinti und Roma Schweiz. «Wir danken dem Astra, dass dieser Platz entstanden ist, auch wenn die Infrastruktur besser sein könnte».

«  Wir sind froh, dass es endlich einen neuen Platz gibt. Auch wenn die Ausstattung besser sein könnte. »

Andreas Geringer
Präsident Verband Sinti und Roma Schweiz

Solche Plätze, sei es für ausländische oder schweizerische Fahrende, sind im ganzen Land Mangelware. Andreas Geringer erwartet denn auch, dass sich Fahrende sofort auf dem neuen Platz niederlassen.