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Bern Freiburg Wallis Allgemeinheit zahlt für Lawinenrettungen

Wenn Menschen aus Lawinen gerettet werden müssen, wird's teuer. Kann das Opfer nicht bezahlen, muss die öffentliche Hand einen Teil der Kosten übernehmen.

Viele Retter stehen auf einem Lawinenkegel.
Legende: So viele Retter kosten Geld. Manchmal bleiben die Kosten am Kanton oder an der Rettungsorganisation hängen. (Symbolbild) Keystone

Grundsätzlich schicken die Rettungsorganisationen ihre Rechnung an die Verschütteten. «Der Patient erhält sie und muss selber mit seinen Versicherungen Rücksprache nehmen», erklärt der Leiter der kantonalen Walliser Rettungsorganisation KWRO, Diego Lareida. Bei einem Todesfall müssen die Angehörigen mit den Versicherungen in Kontakt treten.

Ein Rettungseinsatz kostet schnell mehrere 10'000 Franken. Bei Lawinenrettungen sind oft mehrere Helikopter, zahlreiche Hundeführer und andere Bergretter im Einsatz. «Er braucht schon viele Flugminuten, um all die Retter aus den verschiedenen Tälern zu holen», erklärt Christian von Allmen von Air Glaciers.

Manchmal zahlt die öffentliche Hand

Bei Schwerverletzten und Todesfällen kommt es meist zu langwierigen juristischen Verfahren. Wenn beim Opfer kein Geld zu holen ist oder alle Abklärungen ins Nichts führen, springt im Wallis der Kanton in die Bresche.

Die Rettungsorganisationen können ihre Leistung bei der Dienststelle für Sozialwesen in Rechnung stellen. Das koste etwa 500'000 Franken pro Jahr, heisst es auf Anfrage. In diesem Betrag sind allerdings sämtliche Kosten für Notfalltransporte eingerechnet. Die Lawinenunfälle sind nur ein Teil davon. Der Kanton Bern schickt die Rechnungen an jene Gemeinde, in der der sich der Unfall ereignet hat.

Auch die Polizeikosten, die bei Lawinenunfällen entstehen, werden der öffentlichen Hand in Rechnung gestellt. Die Kantonspolizei untersucht die Unfälle, informiert Angehörige und ist für die Medienarbeit zuständig. Besonders personalintensiv ist der Einsatz im Kanton Bern: Hier übernimmt die Polizei auch die Koordination der verschiedenen Rettungsorganisationen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17.30 Uhr

Lawinenunfälle am Wochenende

  • Im Bündnerischen Prättigau starben fünf SAC-Mitglieder in einer Lawine am Vilan.
  • Im Berner Oberland starb je ein Wintersportler in Adelboden und in Mürren durch ein Schneebrett abseits der Piste.
  • Im Obertoggenburg starb ein Variantenskifahrer in der Gemeinde Wildhaus nach einem Sturz in die Tiefe.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Jene die neben der Piste sind sollten wir liegen lassen, das kommt am billigsten. Der Mensch muss nicht ständig im letzten Ecken der Natur seine Tollerei ausleben. Besonders im Winter wo das Leben der Wildtiere besonders Energiezerrend ist, sollten wir die Natur in Ruhe lassen. Im weiteren kann es nicht sein, dass die Risikobereitschaft von solchen Deppen sozialisiert wird und der Steuerzahler diese Dummheiten zahlen muss. Die Retter welche sich in Gefahr geben tun mir leid.
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    1. Antwort von F. Limacher, Zürisee
      Nun, liegen lassen finde ich voll daneben ... wäre "deppert" und sollte nicht eine Frage von Geld sei, sondern von Ethik. Mit dem Rest gebe ich Ihnen recht...
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    2. Antwort von Pia Müller, 9443 Widnau
      Völlig richtig M. Müller. Weshalb sollen auch noch die Retter ihr Leben riskieren, nur weil diese Egozentriker ihr Selbstbewusstsein neben den offiziellen Pisten stärken müssen - und wir Doofen zahlen noch diesen Unsinn !
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