«Als Kleinunternehmer hat man immer eine Chance»

Die Liberalisierung des Käsemarktes hat viele Dorfkäsereien zum Aufgeben gezwungen. Es gibt aber auch Betriebe, die eine Erfolgsgeschichte schrieben.

Rudolf Beutler im neuen Käselager in Koppigen.

Bildlegende: Rudolf Beutler im neuen Käselager in Koppigen. SRF

Früher hat die Dorfkäserei Koppigen nur Emmentaler produziert. Sie durfte nicht anders. Der Bund hat die Mengen vorgeschrieben, der Markt war reguliert. Als aber vor ein paar Jahren diese Regeln gefallen sind, hat Käsereichef Rudolf Beutler die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Heute produziert er nebst Emmentaler auch pasteurisierte Milch, Joghurt, Quark und verschiedene spezielle Käsesorten.

Erfolg mit Bierfondue

Erfolgreich ist die Käserei auch mit ihrem fertigen Frischfondue, vor allem mit dem Bierfondue, das sie in Zusammenarbeit mit der Lokalbrauerei in Burgdorf und der Käserei Aarwangen fabriziert. Sogar ein Grossverteiler hat das Bierfondue ins Angebot genommen.

Rudolf Beutler hat denn auch keine Zukunftsangst. «Als Kleinunternehmer hat man immer eine Chance, um neben den Grossen bestehen zu können», sagt er. Es sei unter Umständen gut, wenn die Grossen noch grösser würden. «Dann werden sie unbeweglich und wir können die Nischen nutzen.»

Emmi Fondue wächst im Auslandgeschäft

Ein solcher Grossbetrieb ist die Emmi Fondue AG in Langnau. «Wir sind in einem ganz anderen Marktsegment tätig», sagt Standortleiter Erhard Kissling. Daher spüre er nicht, dass kleine Käsereien zur Zeit in Marktnischen drängten.

Mann mit Brille.

Bildlegende: Erhard Kissling von der Emmi Fondue AG in Langnau. zvg

Der Schweizer Markt für Fondue sei stabil, sagt Kissling gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Die Emmi Fondue AG wachse vor allem im Auslandsgeschäft. Absatzmärkte sind Europa, vor allem Deutschland und die Niederlande. Märkte sind aber auch Kanada, die USA und Südamerika. Wachsen will die Emmi Fondue AG vor allem in Osteuropa, wo es eine ähnliche Käsekultur wie hierzulande gebe.