«An den Aufgaben des Schularztes hat sich wenig geändert»

Seit 100 Jahren gehen die Stadtberner Schulkinder zum Schularzt. Zum Jubiläum legt der städtische Gesundheitsdienst eine Festschrift mit einer Fülle von spannenden und kuriosen Geschichten vor.

Schüler liegen auf ihren Pulten und turnen unter Leitung des Schularztamtes.

Bildlegende: Eine Gymnastikpause unter der Leitung des Schularztes in den 1960er Jahren. zvg

«Manche Themen beschäftigen uns schon seit 100 Jahren», sagte die Co-Leiterin des Gesundheitsdienstes Annemarie Tschumper im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Etwa das Thema falsche Ernährung sei ein Dauerbrenner.

Besonders Armutsbetroffene Kinder seien davon betroffen. In der Festschrift zum Jubiläum ist zu lesen, dass Kinder aus armen Familien bereits seit 1945 überdurchschnittlich häufig übergewichtig sind. «Das zeigt, dass nicht nur Fast-Food sondern auch Stress in sozial benachteiligten Familien Einfluss aufs Gewicht der Kinder hat», sagt Ärztin Annemarie Tschumper.

Andere gesundheitliche Probleme sind mit den Jahren verschwunden: Zu den ersten Herausforderungen des Stadtberner Schularztamts gehörte die Bekämpfung von Kropf. Bern war stark vom Jodmangel betroffen, 1921 hatten vier von fünf Schulabgängern einen Kropf. Schularzt Paul Lauener gab Jod-Malz-Tabletten ab, das erwies sich als wirksame Massnahme.

Regelmässige Kontrollen

Seit 1989 ist das Schularztamt ein Bestandteil des städtischen Gesundheitsdiensts. An den zentralen Aufgaben des Schularztes hat das nichts geändert. Die Stadtberner Kinder werden dreimal untersucht - im Kindergarten, in der vierten und in der achten Klasse.