Anne-Marie Rey: «Ja, ich bin ein bisschen eine Egoistin»

Die 76-jährige Anne-Marie Rey gilt als Mutter der Fristenlösung. Unbeirrt kämpft die Bernerin seit Jahren für die Selbstbestimmung der Frauen. Sie ist froh, dass Krankenkassen auch künftig eine Abtreibung zahlen.

Anne-Marie Rey freut sich, dass Krankenkasse Abtreibungen weiterhin zahlen.

Bildlegende: Anne-Marie Rey freut sich: Krankenkassen zahlen Abtreibungen weiterhin. SRF

Am Anfang ihres Engagements stand das persönliche Erlebnis. Anne-Marie Rey hatte mit 26 Jahren einst selber abgetrieben. «Die Schwangerschaft hätte mich aufgefressen», sagt die heute 76-jährige Bernerin. Eine Schwangerschaft solle eine Frau nicht einfach schicksalsergeben über sich ergehen lassen müssen, findet sie. In diesem Sinn sei sie durchaus «ein bisschen eine Egoistin».

Auch heute kämpft Anne-Marie Rey noch: gegen die Initiative, die die Abtreibungsfinanzierung zur Privatsache machen wollte. Das Anliegen wurde klar abgelehnt. Das freut Anne-Marie Rey. In den 1970er-Jahren gehörte sie zu den Initiantinnen für eine Fristenlösung. 2002 sagte das Stimmvolk schliesslich ja zum legalen Schwangerschaftsabbruch.

Dass Abtreibung immer noch ein Tabu sei, bedauert Rey. Sie kann aber nachvollziehen, wenn Frauen nicht darüber reden. Es sei nicht einfach bei diesem Thema, das mit Kindstötung in Verbindung gebracht werde.