Auf Berns Strassen bleibt der Schnee nun länger liegen

Der Kanton Bern reduziert ab sofort seinen Winterdienst auf den Kantonsstrassen. Auf 300 der 2100 Strassenkilometer wird der Schnee nun seltener geräumt, und der Salzeinsatz wird eingeschränkt.

Der Kanton Bern schliesst laut einer Mitteilung vom Dienstag auch nicht aus, auf gewissen Strassenstücken wegen des reduzierten Salz- und Pflugeinsatzes ein Kettenobligatorium zu erlassen. Auch die Pässe sind weniger lang befahrbar: Sie werden im Allgemeinen einen Monat später als bisher geöffnet und zwei Wochen früher gesperrt.

Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer geht davon aus, dass die beschlossenen Einschränkungen des Winterdiensts über das Jahr 2013 hinaus Bestand haben. Dies angesichts der schlechten finanziellen Aussichten des Kantons Bern, wie sie auf Anfrage sagte. Der Kanton Bern habe die Massnahmen mit angrenzenden Kantonen wie Jura und Neuenburg nicht abgesprochen. Der Kanton Bern hat auf seiner Internetseite die Strassen aufgelistet, auf denen künftig der Winterdienst eingeschränkt wird.

Die SVP des Kantons Bern äusserte am Dienstag ihr Erstaunen über die Liste des kantonalen Tiefbauamts. Das sei keine seriöse Umsetzung des Sparbeschlusses, sondern eine populistische Strafmassnahme auf dem Buckel der Autofahrer. Auf Gegebenheiten vor Ort werde nämlich nicht Rücksicht genommen. Statt in Bern unnötigen Verwaltungsaufwand abzubauen gefährde die Kantonsregierung nun sogar Schüler auf dem Schulweg. Das dürfe nicht sein.