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Gemischte Reaktionen Bär im Eriz: Zwischen Faszination und Ablehnung

Blick auf Feld und Wald, ein Berg im Eriz
Legende: An diesem Hang im Eriz wurde der Bär am 26. Mai 2017 gesichtet. Urs Gilgen/SRF

Die Meinungen im Dorf Eriz sind gespalten: die Einen freuen sich darüber, dass das bernische Wappentier nach 190 Jahren wieder in den «Heimatkanton» zurückgekehrt ist. Die Anderen ärgern sich darüber. Angst? Nein!

Ich habe nicht Angst. Ich habe eher das Gefühl, dass der Bär vor uns flüchtet.
Autor: Wanderin im Eriz

Die Einwohnerin meint, dass die Gegend zum Bären passen würde: «Ich würde mich nicht stören.» Anders sieht es der Landwirt Roland Kropf – sein Hof ist nur zwei Kilometer vom Ort entfernt, an dem der Bär gesichtet wurde. Er ist vom Bären nicht begeistert.

Diese Tiere wurden nicht umsonst vor 200 Jahren ausgerottet. Sie gehören nicht hierhin.
Autor: Roland KropfLandwirt im Eriz

Wenn der Bär ein Tier aus seiner Herde reissen würde, werde er dafür entschädigt. Doch ums Geld gehe es da nicht. «Wir Bauern sollen heute immer mit Subventionen beruhigt werden, damit die Leute machen können, was sie wollen.» Das gehe einfach nicht. «Wir müssen das wieder selber in die Hand nehmen.» Was das heisse, will der Reporter vor Ort wissen? Das würden die Medien dann wohl erfahren.

Und das sagt ein Experte

Andreas Ryser ist Zoologe, er arbeitet bei der Fachstelle für Raubtierökologie und Raubtiermanagment Kora. Die Fachstelle forscht im Auftrag von Bund und Kantonen darüber, wie man mit Wolf, Luchs und Bär umgeht.

SRF News: Andreas Ryser, sind Sie als Spezialist überrascht, dass der Bär nach 190 Jahren wieder im Kanton Bern ist?

Andreas Ryser: Es ist schon erstaunlich, obwohl wir wissen, dass auch im Kanton Uri ein Bär unterwegs war, also nicht sehr weit vom Kanton Bern entfernt. Wir wissen auch, dass gerade junge, männliche Bären, die aus Italien einwandern, relativ grosse Strecken zurücklegen können. Deshalb war es zu erwarten.

Es war heute von einem «historischen Moment» die Rede – unterstützen Sie diese Aussage?

Ja, es ist schon historisch, dass der Bär jetzt definitiv zurück ist. Es ist Teil der Wiederbesiedelung von mehreren Tierarten, an der im Moment gearbeitet wird. Vor 200 bis 300 Jahren waren die ökologischen Voraussetzungen deutlich schlechter als heute: Die Wälder waren kleiner, viele Wildtiere gab es hier nicht mehr.

Andreas Ryser
Legende: Andreas Ryser: «In ein paar Monaten wissen wir, ob der Bär im Kanton Bern bleibt.» Christian Liechti/SRF

Einige Beispiele dafür sind der Steinbock, der Rothirsch, der Biber oder auch das Reh. Zum Teil sind diese Tiere selbst wieder eingewandert, zum Teil wurden sie auch einfach wieder angesiedelt.

Nun sind wir an der Wiederbesiedelung des Rothirschs, der im Kanton Bern Fuss fasst. Und jetzt kommt auch noch der Bär. Ob der allerdings bleiben wird, zeigt sich in einigen Monaten.

Wo ist der Bär aktuell – ist er überhaupt noch im Kanton Bern?

Irgendwo ist er sicher – die Frage ist nur wo. Bären können sehr tollpatschig aussehen, wie man im Bärenpark beobachten kann. Gleichzeitig sind sie wahnsinnig schnell. Im Moment ist es aber reine Spekulation, wo genau er sich zurzeit aufhält.

Wie geeignet ist das Eriz als Lebensraum für den Bären – würde er sich dort wohlfühlen?

Ich denke schon. Das Eriz ist ein sehr naturnahes Gebiet mit einer sehr reichhaltigen Flora. Dreiviertel der Bärennahrung sind Früchte, Grünzeug und Insekten. Davon hat es im Eriz bestimmt genug. Vielleicht fände er auch einmal ein totes Tier oder er ginge im Herbst auf die Jagd.

19 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Wo der Mensch kommt, geht die Natur. Wer war zuerst da??
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  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Im Youtube nach "Die schwerwiegenden Folgen der Wiederkehr des Wolfes in Frankreich" suchen 1 Std. 13 Min. Hier wird von Wissenschaftlern dokumentiert, was uns die Medien zu verschweigen versuchen. Sehr sehenswert. Hier wird dann auch über die früher tausende Todesopfer von Menschen gesprochen, die uns die Medien vorenthalten. Wölfe und Bären sind übrigens beides unter anderem auch Fleischfresser. Einfach einmal den Film schauen und dann die Meinung bilden.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Habe ich angeschaut. Reiner Propaganda-Film gegen Wölfe. Mehr nicht!!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Die links/grünen Oekoheinis (Bären-Freunde) müssen sich entscheiden: Wollen wir eine baldige 10'000'000 Bevölkerung zwischen dem Genfer- und Bodensee oder wollen wieder wilde (einst ausgerottete) Tiere bei uns leben lassen! Beides wird nie nebeneinander in friedlichem Sinne ablaufen können! Realität und Träumerei wären gut verträglich, aber ohne eine unaufhörliche Bevölkerungs-Zunahme, die seit 30 Jahren läuft!
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    1. Antwort von Ilse König (königin)
      @Bolliger: Ihre beleidigenden Äusserungen können Sie an einer SVP Versammlung los werden! Dank den "Ökoheinis" (Schimpfwort in der Umgangssprache, liebe SRF Redaktion) haben wir noch eine einigermassen intakte Natur, was Luft und Wasser, sowie Abfallentsorgung anbelangt. Dankbarkeit für kritisch Denkende, intelligente Zeitgenossen mit Weitblick wäre angebrachter. Ihr Kommentar gehört nicht hier her!
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    2. Antwort von Tobi Hartmann (Tobias Hartmann)
      Den links/grünen Heinis verdankst Du es dass Du nicht als Sklave in einer Kohlemine arbeitest für einen Hungerlohn. Das wäre nämlich die Idealvorstellung der Rechten Elite. Tatsache ist nun mal dass die Welt nicht den Menschen gehört. Ihr bedeutet Geld und Habgier nichts da können wir noch so versuchen alles finanziell zu beziffern. Übertreiben wir es (und das haben wir verm. bereits) wird sie uns innert 100-200 Jahren beseitigt haben – auf die eine oder andere Art.
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Wer also eine andere Meinung über wilde Tiere in unserem Land äussert, erntet nur Hohn, Kritik, Verunglimpfungen und man wird dazu noch mit "Du" angesprochen! Wer so reagiert, qualifiziert sich selber am besten! Nur soviel: Wir leben in einer freiheitlichen Demokratie mit Meinungsfreiheit! Jede(r) Forumteilnehmer(in) darf hier seine Meinung offen und mit klaren Worten äussern! Das müssen auch militante, ideologische "Einweg-Naturschützer" akzeptieren, statt andere sofort zu belehren!
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    4. Antwort von Dave Gruen (Echt jetzt?)
      ...und was ist mit den rechts-konservativen Umweltverschmutzern? Haben Sie für die auch noch ein paar Stammtischsprüche parat?
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    5. Antwort von Philipp Tällebach (iussi)
      Rolf, mach mal halblang. Einerseits wurde von den Gegnern der Energiestrategie "Windräder" als Verschandelung der Natur bezeichnet, adererseits soll man die Grossraubtiere wieder ausrotten. Siehst du da kein Wiederspruch?
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    6. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      @ Bolliger Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus! Selber schuld.
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    7. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Ich wusste gar nicht, dass Irland mit 2 (!) "r" geschrieben wird! Ja, so lernt man immer wieder neues von den Forum-Oberlehrer und unsachlich agierenden Kommentatoren! Danke, Herr Kirchhof von den entfernten, britischen Inseln!
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    8. Antwort von Charles Morgenthaler (ChM)
      Der Herr Rolf merkt nicht mal, dass die 2r Absicht sind, wie soll man denn da seine bizarren, etwas angestaubten Ansichten ernst nehmen. Er selbst hat sich ja schon mehrfach als "Grufti" bezeichnet.
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    9. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Nach all den vielen unsachlichen, rein persönlichen Verunglimpfungen zum Thema "Haben Bären in der Schweiz eine Aufenthaltsberechtigung", hat sich meine längst festgestellte, unqualifizierte "Schulmeisterei" der links/grünen Ideologen, klar bestätigt: Keine eigene Meinung, dafür andere Ansichten themenfremd und rein persönlich kritisieren, bedeutet offenbar das "Hauptwerkzeug" der Oeko-Ideologen! Ich bin meinen Eltern, auch als 77-jähriger Forumschreiber, heute noch dankbar für ihre Erziehung!
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