Barbara Balba Weber: «Das Wort Vermittlerin bedeutet Probleme»

Die 49-jährige Bernerin ist Musikvermittlerin und für ihre Arbeit mit einem kantonalen Preis ausgezeichnet worden. Webers Ziel: Musik und Leute zusammenzubringen, die nichts miteinander zu tun haben.

Eine Frau hält eine Querflöte - dahinter eine Gitarre.

Bildlegende: Barbara Balba Weber in ihrem Atélier im Progr Bern. Christine Widmer/SRF

Auch für Barbara Balba Weber ist es schwierig, zu beschreiben, was sie als Musikvermittlerin tut. «Es ist wohl die Leidenschaft, bestimmte Arten von Musik mit Leuten zusammenzubringen, die noch nie mit dieser Musik zu tun hatten.» Da werde eine Art Energie freigesetzt, sagt die 49-Jährige. Und das bedeute für sie Lebensfreude.

Aufgewachsen ist Barbara Balba Weber in Thun, sie hat dort das Lehrerseminar besucht und sich zur Querflötistin ausbilden lassen. Musik sei schon als Kind präsent gewesen in ihrem Leben, sagt Weber. Sie und ihre Eltern hätten immer gesungen.

«  Meine Eltern luden oft Freunde ein und dann wurde viel gesungen. »

Barbara Balba Weber
Musikvermittlerin

Zur Musikvermittlerin wurde die 49-Jährige, weil sie als Solistin an ihren Konzerten feststellte, dass nur eine bestimmte Gruppe von Leuten im Publikum sassen. «Ich wollte, dass auch andere Leute Konzerte besuchen und begann zu experimentieren. So wurde ich zur Musikvermittlerin.»

Als Ratgeberin nicht nur geliebt

Barbara Balba Weber berät auch Institutionen, die sich verändern möchten. Die meisten möchten ein jüngeres Publikum anziehen. Da gebe es einfache Fragen, sagt Weber: «Zum Beispiel, ob man das Konzert zu einer anderen Uhrzeit ansetzen soll oder ob die Art, wie sich das Publikum anzieht, das Kommen der Jungen verhindert.» Manchmal sei es aber auch schwierig, Tipps zu geben. «Und nicht immer sind meine Vorschläge beliebt. Manchmal ist es unbequem, etwas zu verändern.»

Als Solistin hat Weber oft Klassische Musik gespielt, in den letzten Jahren hat sie Projekte umgesetzt, die die Neue Musik fördern. Zum Beispiel ein Projekt, dass die Neue Musik in die Schule bringt.

«Es ist wichtig zu experimentieren. Kinder machen das automatisch. Und so kann jeder seine eigene Musik produzieren.»

Wenn Barbara Balba Weber einen Wunsch frei hätte, wäre es, dass sich die Menschen mehr zuhören. «Die Leute der experimentellen Musik sollen zu den Schlagermusikern gehen, die der Volksmusik zu jenen der Oper. Für mich hat das etwas mit Demokratie zu tun.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

Musikvermittlungsfest in Bern