Baukonjunktur im Kanton Bern vor der Trendwende

Jahrelang ist es der Baubranche im Kanton Bern immer besser gegangen. Die Auftragsvolumen sind grösser und grösser geworden. Diesem Wachstum droht aber ein Ende.

Baustelle, Krane, dahinter die Stockhornkette.

Bildlegende: Neues Fussballstadion in Thun: In den nächsten Jahren wird es wohl weniger solche Baustellen geben im Kanton. Keystone

Im Jahr 2013 ist das Volumen der Baugesuche im Kanton Bern um 16 Prozent zurückgegangen. Dies, nachdem die Zahlen Jahr für Jahr zugenommen hatten. Das zeigen Daten der Immobilienberatungsfirma Wüest & Partner. Und auch die Gebäudeversicherung Bern beobachtet diesen Trend. Sprecherin Stephanie Kriesel stellt fest, dass vor allem «bei Grossbauten insbesondere im Büro- und Verwaltungsbereich ein Plafond erreicht ist».

Peter Sommer vom kantonalen Baumeisterverband hat dafür zwei Erklärungen: Die öffentliche Hand müsse sparen und es zeigten sich jetzt die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative. Der Rückgang sei auch auf normale Zyklen der Baukonjunktur zurückzuführen, ergänzt Robert Weinert von Wüest & Partner. Über die ganzen Schweiz gesehen, habe es im Jahr 2013 weniger Baugesuche gegeben.

Noch wirke sich der Rückgang der Baugesuche nicht auf die Bautätigkeit aus, sagt Peter Sommer. «Die Umsatzzahlen werden bis Ende 2014 stabil bleiben, ab 2015 rechnen wir aber mit einem Rückgang». Dieser werde sich erfahrungsgemäss in den Randregionen zuerst bemerkbar machen.

Auch die Beschäftigung werde leiden, sagt Peter Sommer vom Bernischen Baumeisterverband. Dabei werde es vor allem Leiharbeiter treffen. Die Stammbelegschaften der Baufirmen dagegen dürften verschont bleiben. Trotz dem Dämpfer bei den Baugesuchen verharrt die Baukonjunktur in den nächsten Jahren voraussichtlich auf hohem Niveau.