Benedikt Weibel: «Auch ich mache mir Gedanken übers Alter»

14 Jahre lang stand er als Chef an der Spitze der SBB: Heute schreibt der Berner Benedikt Weibel Bücher über Führung und gibt an der Universität Vorlesungen im Fach «Praktisches Management». Ans Kürzertreten mag der 68-jährige Weibel nicht denken - trotzdem macht er sich Gedanken übers Älterwerden.

Ein Mann

Bildlegende: Benedikt Weibel rät seinen Studenten: «Spart euch eine Karriereplanung.» Keystone

Benedikt Weibel sagts unmissverständlich: «Vieles in meinem Leben war Zufall.» Man müsse diesen jedoch erkennen und die Chance packen. Nach seiner Zeit als Assistent am betriebswirtschaftlichen Institut der Uni Bern schrieb Weibel über 30 Bewerbungen und erhielt nur Absagen. Es sei Zufall gewesen, dass er 1978 als Sekretär des damaligen Präsidenten der Generaldirektion zur SBB gekommen sei. «Für diese Wahl bin ich aber bis heute dankbar», so Weibel im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Zufall soll es auch gewesen sein, dass er nach seinem Rücktritt als SBB-Chef vom Bundesrat als Delegierter für die Fussball-Europameisterschaft 2008 angefragt wurde.

Heute ist Benedikt Weibel Honorarprofessor an der Universität Bern. Er gibt den Studenten Vorlesungen im Fach «Praktisches Management». Weibel: «Einer meiner ersten Ratschläge an die Studenten ist: Spart euch die Zeit und macht keine Karriereplanung.»

Diesen Herbst hat Benedikt Weibel sein drittes Buch herausgegeben. Es heisst «Simplicity - die Kunst, die Komplexität zu reduzieren» und gibt Tipps, wie man das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden kann. «Je komplexer unsere Welt wird, um so wichtiger ist es, den Kern einer Sache zu erkennen», sagt Weibel.