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Bergdrama bei Arolla Höhere Anforderungen an ausländische Bergführer

In den Schweizer Alpen sind nicht nur einheimische Bergführer unterwegs. Für ausländische soll eine Meldepflicht gelten.

Legende: Video Kampf gegen das Erfrieren abspielen. Laufzeit 3:59 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 02.05.2018.

Am vergangenen Sonntag kamen in den Walliser Alpen oberhalb von Arolla sieben Menschen ums Leben, weil sie von einem Unwetter überrascht wurden. Die Gruppe wurde von einem Bergführer aus Italien angeführt. Bisher gilt für solche Bergführer aus EU- und EFTA-Staaten eine Sonderregelung: Wenn sie nicht mehr als 10 Tage pro Jahr gewerbsmässige Aktivitäten in der Schweiz anbieten, unterstehen sie keiner Meldepflicht.

Sie können also in Bezug auf die Anerkennung der Berufsqualifikation ohne Bewilligung und ohne Meldeverfahren Aktivitäten in der Schweiz anbieten.

Mann in den Bergen
Legende: Ausländische Bergführer Der Bundesrat will eine Meldepflicht ab dem ersten Tag. Keystone (Symbolbild)

Neu soll die Meldepflicht für alle ausländischen Bergführer ab dem ersten Tag gelten – dies schlägt der Bundesrat in der überarbeiteten Verordnung über das Bergführerwesen vor, welche er Ende März in die Vernehmlassung geschickt hat.

Bergführer begrüssen die Änderung

Marco Mehli, Präsident vom Schweizer Bergführerverband, findet es richtig, dass der Bund die Meldepflicht für ausländische Bergführer verschärft. «Zum einen gibt es wieder gleich lange Spiesse. Momentan ist es so, dass wir Schweizer Bergführer uns in Italien und Frankreich stets anmelden müssen, wenn wir Touren durchführen wollen. Für ausländische Bergführer galt aber die Meldepflicht für kurze Einsätze nicht.» Zudem werde die Kontrolle über die nötige Qualifikation der Bergführer besser, da diese künftig vom ersten Tag an eine Bewilligung haben müssen.

Unglücks-Bergführer war gut ausgebildet

Der italienische Bergführer, der am Wochenende zusammen mit fünf Berggängern ums Leben kam, war gemäss Mehli weniger als 10 Tage lang in der Schweiz im Einsatz. Für ihn sei also die Meldepflicht nicht obligatorisch gewesen. «Er war aber ein sehr erfahrener und gut ausgebildeter Mann», so Mehli. Die angepasste Verordnung über das Bergführerwesen soll voraussichtlich 2019 in Kraft treten.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Camille Vogel (Puisi delle Alpi)
    Ein kleiner Hinweis für all jene, die mit ihren Kommentaren oder dem Bericht oben implizieren möchten, Schweizer Führer seien besser als ausländische: Der tragisch verunglückte lebte seit Jahren in der Schweiz und war Leiter und Gründer eines Bergsportunternehmens in der Schweiz. Dies nur, um ein wenig an jedwelchen Stereotypen zu kratzen.
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  • Kommentar von Walter Gut (Walter Gut)
    Generell sind europäische Bergführer nicht schlechter ausgebildet als die Schweizer. Der Unfall ist tragisch aber Bergsport beinhaltet immer ein Restrisiko und mit der Meldung ausländisch tätiger Bergführer, wenn Sie in der Schweiz arbeiten schaltet man dieses Risiko nicht aus und ist absolut unnötig.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Es ist in allen Bereichen so: Die Schweiz will doch human und tolerant sein! Ein Beispiel: Täglich kommen 300'000 Grenzgänger(innen) mit ihren Autos, die nicht so kleinlich geregelte Abgaskontrollen durchlaufen müssen, wie wir alle Autofahrer, in die Schweiz! Offenbar hat man bis jetzt auch immer "beide Augen zugedrückt" wenn ausländische Bergführer in der Schweiz mit ihren Kunden unterwegs waren und sind! Vielleicht ändert sich nach diesem (sehr amateurhaften) aber schlimmen Bergdrama etwas!
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